Satteldruck

Bei Satteldruck handelt es sich um eine Scheuer- oder Druckstelle des Pferdes. Diese befindet sich meist am Widerrist des Pferdes, kann aber auch in der Gurtlage, seitlich kurz hinter dem Vorderbein, am Ende der Sattellage oder in seltenen Fällen an der Schulter oder am Rücken auf den Brustwirbeln entstehen. Die Stelle an der das Pferd Satteldruck hat, kann geschwollen oder aufgerieben sein. Satteldruck muss dabei nicht zwangsläufig durch den Sattel verursacht werden.



Welche Ursachen kann Satteldruck haben?

Der klassische Fall von Satteldruck entsteht durch einen unpassenden oder falsch aufgelegten Sattel. Der Sattel passt dabei nicht zur Anatomie des Pferdes und ist zu eng an der Schulter, hinten zu lang oder zu eng oder zu weit gekammert, sodass er auf dem Rücken des Pferdes aufliegt. Die „Kammer“ bezeichnet einen Teil des Sattels, eine Aussparung über den Wirbeln des Pferderückens.

Satteldruck kann aber auch durch eine verrutschende Satteldecke, ein drückendes Pad oder eine Falte der Satteldecke unter dem Sattel entstehen. Auch Decken können Satteldruck ähnliche Symptome verursachen.

Wie führt man eine Satteldruckmessung durch?

Beim Aussuchen eines passenden Sattels sollte man entweder sehr viel Erfahrung haben oder noch besser einen ausgebildeten Sattler zu Rate ziehen. Der Sattler sucht einen passenden Sattel aus und verändert diesen noch individuell für das Pferd. Bei sich änderndem Training und Wachstum des Pferdes kann eine Anpassung immer wieder nötig sein.

Um zu beurteilen, ob der Sattel passt, wird überprüft mit welchem Druck der Sattel auf dem Pferd aufliegt. Die einfachste Methode ist, dass der Sattler seine Hand an spezielle Punkte legt und prüft wie gut der Sattel aufliegt. Die technische Variante ist ein Sattelpad, welches unter den Sattel gelegt wird. Damit wird ganz normal geritten und das Pad misst den Druck im täglichen Gebrauch. Dabei handelt es sich außerdem um eine objektive Überprüfung der Sattelanpassung. Das Pad sendet die Daten per Funk an eine Software, die sie auswertet und in einer bunten Darstellung wiedergibt.

Welche Symptome hat ein Pferd mit Satteldruck?

Satteldruck sollte von jedem Reiter erkannt werden. Das Pferd hat Druck- oder Scheuerstellen, manchmal auch beides gleichzeitig. In Mitleidenschaft gezogen werden meist Stellen auf denen Sattel, Satteldecke oder Gurt aufliegen und am Pferd reiben. Dies ist am Häufigsten der Widerrist. Dieser kann geschwollen und/ oder aufgescheuert sein.

Geschwollene Druckstellen, die selten aufgeschürft sind, entstehen oftmals an der Schulter oder am Ende der Satteldecke sowie links und rechts von der Wirbelsäule, wo die Sattelkissen aufliegen. Aufgescheuert ist vor allem die Region seitlich hinter den Vorderbeinen, wenn der Sattelgurt in der Bewegung am Vorderbein reibt. Die Stellen zeigen entweder angerauhte Haare oder sogar offene Hautwunden oder Schwellungen. Die Hautwunden haben meist einen Durchmesser von ein bis drei Zentimeter. Sie bluten nicht stark, können aber nässen oder sich entzünden.

Schwellungen sollte man ebenso schnell entdecken wie Schürfwunden und die Sattellage deshalb vor und nach dem Reiten anschauen und mit der Hand abfahren. Die Druck- und Scheuerstellen sind für das Pferd unangenehm und schmerzhaft, sodass es beim Reiten, Longieren oder Auflegen von Sätteln und Decken unkooperativ wird.

Schwellung als ein Symptom für Satteldruck

Satteldruck ruft oftmals eine Schwellung hervor. Diese kann nur ganz eben sein und unter einer Hautwunde kaum auffallen oder auch sehr massiv sein und mehrere Zentimeter dick werden. Wichtig ist, dass man der Schwellung Zeit gibt sich komplett zurück zu bilden bevor man wieder reitet oder einen Sattel auflegt und der Ursache der Schwellung genauestens auf den Grund geht und diese behebt.

Wann muss der Tierarzt bei Satteldruck kommen?

Ob der Tierarzt kommen muss oder ob der Satteldruck durch Abwarten und sauber halten der Wunde wieder weg geht, muss im Einzelfall entschieden werden. Bei minimalen Schwellungen oder oberflächlichen Hautabschürfungen ist es vertretbar den Satteldruck selbst wieder auskurieren zu lassen. Ist die Schwellung jedoch größer oder geht sie nicht von allein zurück oder hat das Pferd eine tiefere Hautwunde oder eine Entzündung der Hautwunde sollte man einen Tierarzt hinzuziehen. Auch wenn man keine Erfahrung mit Satteldruck hat sollte ein Tierarzt kommen.

Wie oft er kommen muss, hängt davon ab ob Medikamente und Spülungen bei einer Entzündung notwendig sind oder ob man mit Salben und Abwarten behandeln kann. Entsprechend muss der Tierarzt alle zwei Tage über eine längere Zeit kommen oder nur zweimal im Abstand von etwa einer Woche.

Wie wird Satteldruck behandelt?

Handelt es sich um eine Schwellung kann man den Satteldruck mit einer Heparin-Salbe einreiben. Diese erhöht die Durchblutung an der Stelle und sorgt für ein Abschwellen. Sie sollte jedoch nicht in offene Wunden gelangen.

Offene Stellen sollten saubergehalten werden, evtl. mit Jodlösung gespült bzw. mit Jodseife gewaschen werden und dann mit Jodsalbe oder Jodspray versorgt werden. Entzündet sich der Satteldruck kann auch eine Antibiose notwendig werden. Ein Schmerzmittel ist in der Regel nicht notwendig. Die Stelle sollte aber unbedingt vor erneutem Druck geschützt werden.

Helfen Salben bei Satteldruck?

Sowohl für Schwellungen als auch für Scheuerstellen gibt es passende Salben. Schwellungen werden am besten mit einer Heparin-Salbe eingerieben. Diese erhöht die Durchblutung und sorgt für ein schnelleres Abschwellen. Beachten sollte man allerdings, dass das Pferd dichtes Fell hat und die Salbe dadurch nicht optimal einziehen kann. An offene Stellen sollte diese Salbe nicht gelangen. Dort kann man mit Jodsalbe arbeiten. Sie verhindert eine Infektion der Scheuerstelle. Man sollte diese aber auch irgendwann trocknen und abheilen lassen.

Hilft Homöopathie bei Satteldruck?

Wer dem Pferd mit Homöopathie helfen möchte, kann ihm Arnica, Ledum D12 sowie Calendula D6 geben. Diese unterstützen die Wundheilung und wirken sich auch positiv auf die Schwellung aus. Die Kügelchen kann man dem Pferd zwischen Unterlippe und Schneidezähne legen, wo sie sich auflösen und durch die Schleimhaut aufgenommen werden.

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Was kostet eine Behandlung bei Satteldruck?

Wie teuer eine Behandlung wird hängt von der Schwere des Satteldrucks ab. Eine Tube Heparin-Salbe kostet ca. 30 Euro für 300 Gramm, eine Jodsalbe gut 10 Euro pro 100 Gramm bzw. ein Jodspray 7 Euro für 200 Milliliter. Diese werden aber bei der Behandlung eines Satteldrucks nicht aufgebraucht.

Teurer wird es, wenn es zu einer Entzündung kommt, die intensiver behandelt werden muss. Neben der Behandlung des Satteldrucks sollte unbedingt die Ursache abgestellt werden! Eine Umarbeitung eines unpassenden Sattels kostet zwar mehrere hundert Euro, ist aber unbedingt notwendig, wenn dies die Ursache des Satteldrucks ist.

Wie lange dauert Satteldruck an?

Wichtig ist es einem Pferd mit Satteldruck genug Zeit zur Genesung zu geben. Findet vor vollständiger Abheilung erneuter Druck statt, wird die Schwellung bzw. die Wunde direkt zurückkehren. Satteldruck kann sich langsam aufbauen, indem über Wochen die Haare immer mehr zurück gehen oder eine Stelle immer dicker wird oder er kann innerhalb kurzer Zeit entstehen. Bis die Schwellung oder Hautwunde abgeklungen bzw. verheilt ist dauert es meist ein bis zwei Wochen. Ist der Satteldruck besonders schlimm sollte man gut drei Wochen einplanen, bei einer Entzündung sogar noch mehr Zeit.

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Wie lange darf man das Pferd nicht reiten?

Solange das Pferd starke Schwellungen oder offene Wunden hat herrscht absolutes Reitverbot. Die Stelle sollte weder durch Reitergewicht noch durch Sattel, Satteldecke, Longierhilfe oder Decken weiter gereizt werden. An der Stelle der Druck- bzw. Scheuerstelle sollte nichts aufliegen. Ist die Scheuerstelle nur oberflächlich in der Gurtlage spricht jedoch nichts gegen Reiten ohne Sattel. Das Pferd sollte auch mit Satteldruck weiter in seinem üblichen Maß bewegt werden und zum Beispiel nur mit Trense longiert werden. Reißt die Wunde bei der Bewegung auf, heißt es jedoch Ruhe.

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