Lungenentzündung bei einer Katze

Eine Lungenentzündung entsteht nach einer Infektion mit Bakterien, Viren, Pilzen, oder Parasiten sowie nach Inhalation von toxische Substanzen oder durch eine Allergie oder Autoimmunerkrankung.

Durch die Immunantwort kommt es zu einer massiven Zellinfiltration ins Lungengewebe. Die Entzündungszellen versuchen den Krankheitserreger zu beseitigen. Dadurch wird aber das Lungengewebe geschädigt und die Atmung wird erschwert.

Eine Lungenentzündung kann auf einige Lungenlappen beschränkt, also lokal sein, oder sich über das gesamte Lungengewebe ausbreiten.

Dieses Thema könnte Sie auch interessieren:


Die Ursachen einer Lungenentzündung der Katze

Es gibt sehr viele unterschiedliche Ursachen für eine Lungenentzündung.

Die häufigste Ursache für Lungenentzündung bei Katzen ist das feline Asthma. Dabei handelt es sich um eine Allergie. Die verantwortlichen Allergene sind vermutlich Pollen, Zigaretten- oder Kaminrauch, sowie diverse Sprays oder Hausstaubmilben.

Die zweite wichtigste Rolle spielen die infektiösen Lungenentzündungen. Hier kommen verschiedene Erregerklassen in Fragen. Viren sind häufig an Lungenentzündungen beteiligt, welche anfangs vorhanden sind und als Wegbereiter für weitere Infektionen dienen. Diese schädigen das Lungengewebe minimal und überwinden die Immunantwort, sodass nach ihnen Bakterien die Lunge problemlos besiedeln können. Solche Viren sind zum Beispiel das feline Herpesvirus oder das feline Calcivirus.
Ein häufig bösartiges vorkommendes Bakterium ist Bordetella Bronchoseptika. Diese ist für den Katzenschnupfenkomplex, aber auch für den Zwingerhustenkomplex bei Hunden verantwortlich. Weitere Lungenbakterien sind Mykoplasmen und Chlamydien.

Der nächste wichtige Infektionserreger in der Lunge ist der Parasit. Lungenparasiten können auf verschiedene Weise aufgenommen werden. Meistens infizieren sich Katzen durch die orale Aufnahme von Eiern. Diese sind zum Beispiel: Aelurostrongylus, Paragonimus kellicotti und Dirofilaria immitis.

Nicht infektiöse Lungenentzündungen kommen am wenigsten vor. Diese entstehen zum Beispiel nach Aufnahme eines Fremdkörpers. Freigänger Katzen können versehentlich kleine Fremdkörper inhalieren, die dann in der Lunge stecken bleiben und eine lokale, meist starke Entzündung verursachen. Eine nicht direkte Lungenentzündung sind Lungentumore oder sich in der Lunge befindende Metastasen. Diese können die gleiche Symptomatik einer Lungenentzündung verursachen, wobei sie an sich keine richtige Entzündungen sind.

Die Diagnose

Eine Lungenentzündung festzustellen, ist nicht einfach. Katzen zeigen meist erst Symptome in fortgeschrittene Stadien der Erkrankung. Es kann hierbei auch vorkommen, dass Katzen kaum husten. Sie können zum Beispiel nur eine angestrengte Atmung zeigen.

Um eine Lungenentzündung festzustellen, kann man verschiedene bildgebende Verfahren nutzen. Doch davor kann man ganz einfach die Lunge mit einem Stethoskop auskultieren, um vorhandene Lungengeräusche wahrzunehmen. Diagnostisch hilfreiche bildgebende Verfahren sind das Röntgen, das CT und die Endoskopie.

Um allgemeine Anzeichen einer Entzündung nachzuweisen, ist eine Blutuntersuchung geeignet. Bei Verdacht auf ein Infektionserreger sind geeignete Tests zum Nachweisen durchzuführen, wie zum Beispiel Antigen-Test, PCR, aber auch mehrere Kotuntersuchungen zum Nachweis mehrerer Parasiten.

Die Symptome

Katzen mit Lungenentzündung husten nicht zwangsläufig. Aber ab dem Moment, in dem sie es tun, ist ziemlich sicher, dass etwas mit der Lunge nicht stimmt.

Allgemeine Zeichen einer Lungenentzündungen sind Gefühllosigkeit (Apathie) und Appetitlosigkeit (Anorexie), das Allgemeinbefinden ist gestört. Zudem fressen die Katzen nicht mehr richtig, pflegen sich nicht und ziehen sich oft zurück. Man merkt, dass es ihnen nicht gut geht, da sie sich ungewohnt verhalten und antriebslos liegen bleiben. Außerdem können sie Nasenausfluss, sowie Bindehautentzündung und Ulzera in der Mundschleimhaut haben, welche Anzeichen eines Katzenschnupfenkomplexes sind.

Je nach Stadium der Erkrankung sind die Symptome mehr oder weniger stark ausgeprägt. In schweren Stadien, zeigen Katzen eine erschwerte Atmung. Dabei strecken sie den Hals und den Kopf und man hört wie sie versuchen zu atmen. Eine Maulatmung ist bei Katzen im Vergleich zu Hunden sehr selten, stellt aber einen Notfall dar. In so einem Fall befinden sie sich in einer Atemnotsituation. Katzen mit Lungenentzündung haben außerdem oft Fieber.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Meine Katze hustet

Wasser in der Lunge als Symptom

Mit Wasser in der Lunge ist ein Lungenödem gemeint. Dies wird verursacht, wenn der Druck in den Blutgefäßen der Lunge steigt. Dadurch tritt Plasma aus den Blutgefäßen heraus und in das Lungengewebe ein. Aus diesem Grund kann der Luftaustausch nicht mehr richtig statt finden.

Ein Lungenödem kommt vor allem bei Katzen mit einer Herzerkrankung vor. Die häufigste Herzerkrankung ist dabei die Hypertrophe Cardiomyopathie. Die Ursache dieser Erkrankung ist nicht bekannt, es kommt aber zum Stau im Lungenkreislauf und somit zum Lungenödem. Katzen mit dieser Erkrankung können sowohl symptomlos sein als auch klinisch erkrankt. Symptome sind eine angestrengte, beschleunigte Atmung, die Tiere sind schwach, matt, magern oft ab und können in Seitenlage liegen.

Achtung: bei einem Lungenödem husten die Katzen i.d.R. nicht!

Wenn eine Katze mit solchen Symptomen in ihrem Gang plötzlich eingeschränkt wird, ist diese unverzüglich zum Tierarzt zu bringen. Der verlangsamte Gang wird oft durch ein Blutgerinnsel verursacht und kann zum Verlust des Beines führen, wenn es nicht schnell behandelt wird.

Fieber als Symptom

Eine Lungenentzündung kann auch, unter Umständen, ohne Fieber einhergehen. Infektiöse Lungenentzündungen sind am häufigsten mit Fieber gekoppelt, sowie Entzündungen durch kontaminierten Fremdkörpern. Dies ist aber nicht zwangsläufig und hängt vom Infektionserreger sowie vom Stadium der Erkrankung ab.

In den Anfangsstadien kann es sein, dass noch kein Fieber vorhanden ist. Doch bei Vireninfektionen haben wir es oft mit Fieberschüben zu tun. Wenn Fieber und Symptome einer Lungenerkrankung (Husten, angestrengte Atmung) gleichzeitig bestehen, dann ist sicher, dass eine Allgemeinerkrankung mit Beteiligung der Lunge besteht. Selbst wenn kein Fieber vorhanden ist, heißt dies noch lange nicht, dass nichts ernsthaftes besteht.

Dieser Artikel könnte Sie auch interessieren: Meine Katze hat Fieber.

Die Behandlung

Die Therapie einer Lungenentzündung richtet sich gegen die Ursache und ist unterschiedlich je nach Schwere der Erkrankung.

Katzen mit Atemnot werden stationär in einer Klinik aufgenommen und in einer Sauerstoff-Box gehalten, um eine ausreichende Sauerstoffzufuhr zu gewährleisten. Bei viralen Erkrankungen, wie dem Katzenschnupfenkomplex, reicht meist eine symptomatische Therapie mit Sekretolytika, Interferon Omega sowie eine Inhalationstherapie mit Kochsalzlösung oder Kortison aus, um die Immunantwort zu unterstützen.
Wenn Bakterien beteiligt sind, ist die Gabe von Antibiotika indiziert. Wenn es sich um eine parasitäre Lungenentzündung handelt, ist eine Gabe von Antiparasitika vorgeschrieben.

Ein inhalierter Fremdkörper muss je nach Lokalisation chirurgisch entfernt werden. Wenn der Fremdkörper in den oberen Atemwegen, wie zum Beispiel in den Bronchien, feststeckt, dann kann er mittels Endoskopie entfernt werden. Sind es aber kleine Fremdkörper, die tief ins Lungengewebe gelangt sind und dort eine starke Entzündung hervorgerufen haben, muss meistens eine totale Lungenlappenresektion durchgeführt werden, d.h ein kompletter Lungenlappen muss herausgeschnitten werden.

Das feline Asthma wird üblicherweise mit Kortikoiden (Prednisolon) oder Bronchodilatatoren (Theophyllin) behandelt. Zudem muss Stress unbedingt vermieden werden. Bei einer Herzerkrankung, die zu einem Lungenödem geführt hat, gibt es spezielle Arzneimittel, die die Herzfunktion unterstützen, wie zum Beispiel: Diltiazem, und welche die das Ödem mildern, zum Beispiel: Furosemid. Bei schweren Ödemen ist außerdem eine Thoraxpunktion geeignet.

Bei Lungentumoren oder Metastasen kann eine Strahlen- oder Chemotherapie angewandt werden.

Mehr Informationen zum Thema Katzenschnupfen erhalten Sie hier. 

Hausmittel als alternative Therapiemöglichkeit

Es gibt außer homöopathische Mitteln keine Hausmittel, die für die Therapie einer Lungenentzündung geeignet sind.

Bei einer Katze mit Symptomen des Katzenschnupfenkomplexes kann man sie mit ins Badezimmer nehmen, während man sich duscht, damit diese warme und feuchte Luft inhaliert. Dies kann einer Inhalationstherapie gleichen und die Reinigung der Atemwege unterstützen. Außerdem kann dabei die Nase sauber gehalten werden, da es bei Katzen oft zum Nasenausfluss bei infektiösen Erkrankungen kommt.

Homöopathie als alternative Therapiemöglichkeit

Es gibt keine Homöopathische Mitteln, die eine Lungenerkrankung heilen können. Es muss eine kausale Therapie erfolgen, um die Ursache erfolgreich zu beseitigen.

Es gibt aber viele Mitteln, die beim Vorhandensein von Husten helfen können. Diese sind zum Beispiel das Aconitum napellus oder Antinomium tartaricum. Arsenicum album hilft bei Katzen, die an Asthma leiden. Belladona, Bryonia alba sind bei Husten mit Fieber vorgeschrieben.

Homöopathie ist nur eine unterstützende Therapie und ist auf keinen Fall ein Ersatz für eine kausale Therapie.

Wann muss ich zum Tierarzt?

Ein absoluter Notfall ist wenn eine Katze mit dem Maul atmet. Noch schlimmer ist es, wenn diese dies in Seitenlage tut. Ein solche Katze sollte unmittelbar zum Tierarzt gebracht werden.

Weniger dringend aber trotzdem wichtig, ist eine Katze, die hustet. Katzen husten nicht so oft und sind in diesem Fall wirklich krank. Wenn eine Katze Asthma-Krisen hat, muss diese auch zum Tierarzt gebracht werden, da diese Krisen immer schlimmer werden können und zum Tod des Tieres führen können.
Bei anderen Lungenerkrankung, gibt es kein idealen Zeitpunkt, wo man zum Tierarzt muss. Jeder kennt seine Katze und erkennt , wenn es dieser nicht gut geht. Eine leichte Viruserkrankung kann von alleine wieder verschwinden, aber wenn sich diese verschlimmert bedarf es einer Therapie. 

Die Dauer der Erkrankung

Wie lange eine Katze mit Lungenentzündung therapiert werden muss, hängt vom Infektionsrerreger und vom Stadium der Erkrankung ab. 

Antibiotika werden meistens 5 bis 7 Tagen oral gegeben. Beim Katzenschnupfenkomplex dauert die Symptomatische Therapie meist ebenfalls eine Woche. Eine Einmalige Gabe von Antiparasitika reicht bei den meisten Präparaten. Es gibt aber auch welche, die ein paar Tage nacheinander abgegeben werden müssen. Nach einer Parasitenbehandlung muss eine Kotuntersuchung durchgeführt werden um den Therapieerfolg zu überprüfen. 

Nach einer Lungenoperation muss die Katze meist eine kleine Woche noch in der Klinik bleiben um sich zu erholen und um die notwendige Medikamente bekommen zu können, und um eventuelle Komplikationen zu vermeiden.

Die Prognose der Erkrankung

Die Prognose einer Lungenerkrankung ist je nach Stadium der Erkrankung und je nach Ursache unterschiedlich.

Die üblichen infektiöse Lungenerkrankung sind meist harmlos, wenn sie rechtzeitig behandelt werden. Diese sind zum Beispiel das Katzenschnuppfen.
Bei einer komplexen Erkrankung handelt es sich um eine bakterielle Infektion oder eine Erkrankungen, welche durch Lungenwürmer ausgelöst wird. Das Krankheitsbild kann zwar ausgeprägt sein, aber eine Behandlung führt zu einer schnellen Besserung. Fremdkörper sind je nach Größe und Lokalisation mehr oder weniger gefährlich. Sie können unter Umständen sehr gut entfernt werden, vor allem wenn diese früh entdeckt werden. Nach der OP ist die Prognose meist sehr gut. Beim felinen Asthma ist die Prognose ebenfalls nach einer adäquate Behandlung gut.

Die Prognose ist schlecht wenn ein Lungentumor besteht oder wenn sich Metastasen in der Lunge befinden.

Wie ansteckend ist das für den Menschen?

Die meisten Lungenerkrankungen sind für den Mensch überhaupt nicht ansteckend.

Es handelt sich meistens um Viren, Bakterien und Parasiten, die ausschließlich Tieren befallen. Das Bakterium Bordetella Bronchoseptika kann den Mensch befallen, aber ist meist eine selbst limitierende Erkrankung, die keine große Auswirkung auf die Gesundheit hat. Es muss mehr drauf geachtet werden, wenn andere gesunde Tiere im Haus sind. Die kranke Katze sollte isoliert werden, und zwar nicht nur um andere Katzen, sondern auch um Hunden und andere Haustieren zu schützen.