Britisch Kurzhaar Katze

Was ist eine BKH Katze?

Als BKH Katzen werden Katzen der Rasse „Britisch Kurzhaar“ (Englisch: BSH, British Shorthair) bezeichnet. Aufgrund von optischen Ähnlichkeiten wird sie im deutschen Sprachgebrauch fälschlicherweise oft auch als „Kartäuser“ bezeichnet.


Herkunft, Größe, Gewicht und Lebenserwartung

Ursprünglich stammt diese Katzenrasse aus Großbritannien, wo sie seit dem 19. Jahrhundert gezüchtet wurde. Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Zuchtbestand der BKH minimiert. Um den Fortbestand der Rasse  zu sichern, wurde die BKH - Katze mit Perserkatzen und Katzen der Rasse Chartreux (deutsch „Kartäuser“, daher die Bezeichnung) gekreuzt.

Mit einer Körperlänge von bis zu vierzig Zentimetern gehört die BKH Katze zu den mittelgroßen Rassen.

Innerhalb der Rasse unterscheiden sich Kater und Kätzin bezüglich ihres Gewichts deutlich voneinander. Während männliche BKH Katzen ein Normalgewicht zwischen sieben und acht Kilogramm haben, wiegen weibliche BKH Katzen zwischen vier und sechs Kilogramm.

Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 12 bis 16 Jahren.

Aussehen der British Kurzhaar Katzen

British Kurzhaar Katzen haben einen muskulösen Körperbau mit breiten Schultern, kurzen, stämmigen Beinen und rundlichen Pfoten. Besonders Kater dieser Rasse werden sehr groß und stämmig, während Kätzinnen eher klein und schlanker wirken.

Der Schwanz ist im Gegensatz zu anderen Katzenrassen kürzer und kräftiger, das Ende ist abgerundet. Der Kopf ist ebenfalls rund, die Ohren stehen breit, sind jedoch relativ kurz.

Das Gesicht der BKH zeichnet sich zum einen durch die kugelrunden, blauen, grünen oder kupferfarbenen Augen aus, zum anderen besitzen BKH Katzen ausgeprägte Wangen und eine gerade, breite Nase. Ihr Fell ist kurz und besitzt viel Unterwolle, die es sehr dicht macht.

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Charakter der BKH Katze

Die BKH Katze zeichnet sich durch ihr sanftes Wesen aus. Sie ist ruhig und ausgeglichen, gibt selten Laute von sich und gilt als allgemein anpassungsfähig. Sie ist eine sehr anhängliche und menschenbezogene Katze, weshalb sie ungern längere Zeit allein bleibt.

Nichtsdestotrotz sind Katzen dieser Rasse sehr selbständig und können auch stur und eigenwillig sein und dem Menschen signalisieren, wann sie genug von z. B. Streicheleinheiten haben. Junge BKH Katzen sind sehr verspielt, diese Verspieltheit nimmt jedoch mit zunehmendem Alter ab.

Die BKH besitzt im Vergleich zu anderen Rassen einen geringeren Freiheitsdrang, hat sie jedoch die Möglichkeit zum Freigang, zeichnet sie sich als hervorragende Jägerin aus.

Mehr Informationen dazu erhalten Sie unter: Der Charakter der Britisch-Kurzhaar-Katze

Besonderheiten

Da der Freiheitsdrang weniger stark ausgeprägt ist, fühlt sich die BKH Katze auch bei reiner Wohnungshaltung wohl, solange sie ausreichend Beschäftigungsmöglichkeiten hat. Ihre freundliche und unkomplizierte Art ist der Grund dafür, dass sie sehr gut mit anderen Haustieren auskommt und Kindern gegenüber sehr ausdauernd und tolerant ist.

Wie finde ich einen seriösen Züchter?

Seriöse Züchter lassen sich über Katzenzuchtvereine finden. Hierbei sollte jedoch auf die Transparenz der Vereine und deren Mitglieder (Züchter) geachtet werden.

Die „Fédération International Féline“ (FiFe) ist eine internationale Dachorganisation von Katzenzuchtverbänden, deren Ziel es unter anderem ist, Standards für die Zucht von Rassekatzen festzulegen. Mitglieder müssen u. a. gewährleisten, dass das Wohl und die Gesundheit ihrer Zuchttiere geboten ist.

Über die Homepage der FiFe finden sich Züchter in Deutschland, die den Standards der FiFe entsprechen.

Wann ist die Katze ausgewachsen?

Katzen der Rasse BKH sind mit einem bis anderthalb Jahren ausgewachsen. Vor allem bei Katern der Rasse dauert das Wachstum länger, da sie größer und breiter werden als die Kätzinnen. Auch die für die Rasse charakteristischen, bei den Katern besonders ausgeprägten „Katerbacken“ entstehen erst zwischen einem und anderthalb Jahren.

Wann ist die Katze geschlechtsreif?

Die Geschlechtsreife tritt bei Kätzinnen allgemein zwischen dem siebten und zehnten Lebensmonat ein, bei Katern oft erst ab dem zehnten bis zum zwölften Lebensmonat.

Diese erkennt man an der sogenannten Rolligkeit. Die Rolligkeit  zeichnet sich bei der Kätzin durch schreien und auf dem Boden wälzen aus, während Kater ab Beginn der Geschlechtsreife ihr Revier durch Urinieren markieren.

Was ist bei BKH-Katzenbabys zu beachten?

Wer ein BKH-Katzenbaby erwirbt, sollte darauf achten, dass dieses nicht vor der sechsten Lebenswoche vom Züchter abgegeben wird, da sich Katzenwelpen normalerweise bis zum Alter von 6 Wochen von Muttermilch ernähren.

Danach erfolgt die Umstellung auf feste Nahrung. Hierbei sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass spezielle „Kitten“-Nahrung gefüttert wird, um Mangelerscheinungen zu vermeiden.

Außerdem empfehlen Tierärzte, Katzenwelpen nach dem Ende der Säugezeit zu entwurmen, da durch jeden Saugakt Wurmlarven von der Mutter auf das Katzenbaby übertragen werden können.

Nach der Entwurmung folgt mit der achten Lebenswoche die erste Impfung der Katze beim Tierarzt, da der vom Muttertier gegebene Impfschutz abnimmt.

Es gilt außerdem zu beachten, dass (BKH-)Katzenbabys sehr viel Zuneigung benötigen. Kann man z.B. aus Gründen der Berufstätigkeit nicht den ganzen Tag mit dem Katzenwelpen verbringen, empfiehlt sich die Anschaffung einer zweiten, bestenfalls gleichaltrigen Katze.

Zudem ist es wichtig, die Wohnung sicher für Katzenbabys zu machen, denn durch eine manchmal stürmische Art beim Spielen entsteht ein erhöhtes Unfallrisiko. Man sollte sicherstellen, dass sich die Katze nicht verletzten kann, indem sie z.B. von Erhöhungen hinunterfällt oder mit spitzen Gegenständen in Berührung kommt.

Welche Farben gibt es?

Bei BKH Katzen gibt es ca. 300 verschieden Varianten der Fellfarbe, angefangen bei einfarbigen wie z. B. blau, schwarz, chocolate, creme, weiß oder rot, über zweifarbige Varianten (z. B. blauweiß, rotweiß, schwarzweiß), bis zu den BKH mit besonderen Zeichnungen des Fells, z.B. die sogenannten Farbtypen schildpatt, shaded und tabby.

Vorsicht ist allerdings bei weißen BKH Katzen mit blauen Augen geboten, da diese aufgrund eines Gendefekts oft ohne Gehör geboren werden.

Preis & Durchschnittliche Kosten

Der durchschnittliche Kaufpreis einer BKH Katze liegt bei 750 Euro.

Die durchschnittlichen Kosten der Haltung einer BKH Katze lassen sich allerdings, wie die Haltung von Katzen jeder Rasse, nur schwer berechnen, da sie stark abhängig von Haltung und Fütterung sind.

Vor der Anschaffung einer BKH-Katze muss zum einen mit den Anschaffungskosten für die Erstausstattung gerechnet werden, dazu gehören Schlafplatz, Versteckmöglichkeiten, Beschäftigungsmöglichkeiten, Transportkiste, Katzentoilette, Katzenstreu und Näpfe. Zum anderen muss beachtet werden, dass es bei Katzenfutter große preisliche Unterschiede gibt.

Auch im Falle dessen, dass die BKH-Katze nur innerhalb einer Wohnung gehalten wird, sind regelmäßige Tierarztkosten nicht zu vergessen. Reine Wohnungskatzen sollten ebenso wie Freigänger regelmäßig entwurmt, geimpft und untersucht werden.

Zudem dürfen unvorhersehbare Tierarztkosten wie Operationen oder benötigte Medikamente nicht außer Acht gelassen werden. Die Preise der tierärztlichen Leistungen und Medikamente variieren von Tierarzt zu Tierarzt und können deshalb ebenso wenig pauschalisiert werden.

Erkrankungen dieser Katzenrasse

Wie bei vielen Rassen haben sich auch bei der BKH Katze durch die gezielte Zucht von Merkmalen über die Jahrzehnte Erbkrankheiten eingeschlichen, die typisch für diese Rasse sind.

Dazu gehört zum einen die Hypertrophe Kardiomyopathie (kurz HCM), eine Erkrankung des Herzens, bei der sich der Herzmuskel verdickt und dadurch das Volumen der linken Herzkammer einschränkt. Das führt zu einer Minderung der Leistungsfähigkeit des Herzens der betroffenen Katzen.

Eine ebenfalls genetisch vererbbare Krankheit ist die polyzystische Nierenerkrankung (kurz PKD), bei welcher sich mit Urin gefüllte Blasen  (sogenannte Zysten) in der Niere bilden und diese dadurch in ihrer Funktion schädigen.

Beide Erkrankungen führen langfristig zum frühzeitigen Tod des betroffenen Tieres, wenngleich dieser durch den Einsatz von Medikamenten hinausgezögert werden kann. Ob eine Katze Träger dieser Krankheiten ist, lässt sich durch Gentests feststellen. Seriöse Züchter achten darauf, positiv getestete Katzen aus der Zucht auszuschließen.

Sie sind auf der Suche nach einer Katze? Lesen Sie mehr hierzu unter: Welche Katze passt zu mir?

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