Katze mit Down-Syndrom

Zunächst einmal sei gesagt, dass es das Down-Syndrom, welches man vom Menschen kennt, so nicht bei allen Tieren gibt.

Auch die Katze kann nicht an dieser Krankheit leiden.
Das Down-Syndrom, auch bekannt als Trisomie 21, ist eine genetisch bedingte Erkrankung.

Benannt wurde diese nach dem britischen Arzt und Apotheker John Langdon Down, der sich für Menschen mit dieser Erkrankung einsetzte. Beim Down-Syndrom ist es der Fall, dass das 21. Chromosom, von insgesamt 23 Chromosomenpaaren beim Menschen, nicht wie normalerweise zweimal, sondern dreimal vorkommt. Daher auch der Name Trisomie 21.

Die Katze hat, verglichen mit dem Menschen, allerdings generell nur 19 Chromosomenpaare. Allein aus diesem Grund kann das 21. Chromosom nicht dreifach (Down Syndrom) vorliegen.

Es gibt jedoch Erkrankungen bei Katzen, die äußerlich sehr dem Down-Syndrom ähneln und deshalb mit dieser Krankheit verwechselt werden können.


Ursachen eines "Down Syndroms" bei der Katze

Dieses Besondere "Down Syndrom" Aussehen kann mehrere Gründe haben.

Kommen wir so zunächst auf das Down-Syndrom des Menschen und seine Entstehung zu sprechen. Bei der Entstehung eines neuen Lebewesens, kommt es zuvor zur Meiose. Dies ist die Zellteilung der Geschlechtszellen.

Beim weiblichen Tier  bzw. bei der Frau, sind diese Geschlechtszellen die Eizellen. Beim männlichen Tier bzw. dem Mann, sind diese Zellen die Spermien.
Während der Zellteilung, also der Meiose, können Fehler auftreten, die dazu führen, dass sich einzelne Chromosomen nicht richtig voneinander trennen. Da die Hälfte der Chromosomen vom Vater und die andere Hälfte der Chromosomen von der Mutter das Erbgut des neuen Lebewesens bestimmen, besteht dieses nun aus insgesamt 46 Chromosomen.
Das sind im Normalfall 23 Chromosomenpaare.

Bei der Trisomie 21 liegt das 21. Chromosom jedoch dreifach vor. Die fehlende Trennung während der Meiose ist der Grund für diese Außergewöhnlichkeit. Katzen weisen jedoch keine 23 Chromosomenpaare auf, sondern nur 19. Die fehlende Trennung des Chromosoms, welches dann den 21. „Platz“ belegt, kann also nicht die Ursache sein.
Folglich können Katzen nicht an dem, beim Menschen bekannten, Down-Syndrom erkranken.

Was in diesem Zusammenhang oft verwechselt wird ist, dass Inzucht und Überzüchtung der Tiere, zu ähnlichen äußerlichen Merkmalsausprägungen führen können, wie es bei Trisomie 21 der Fall ist. Auch genetische Mutationen, also eine Veränderung des Erbgutes, kann der Grund für diese äußerliche Ähnlichkeit sein.

Wer und wie wird die Diagnose gestellt?

Die Diagnose ist die Bestimmung einer Krankheit.
Diese Krankheit kann sowohl körperlich als auch psychisch sein. Die Diagnose wird immer vom behandelnden Arzt gestellt. Bei Tieren ist an dieser Stelle der Tierarzt gefragt.

Hat der Besitzer also einen Wurf Katzenwelpen und kommt ihm dabei eines oder mehrere auffällig vor, so ist es wichtig, den Tierarzt aufzusuchen. Dieser wird die kleine Katze dann zunächst allgemein und im Weiteren speziell untersuchen.
Anschließend wird er zu einer Diagnose kommen und dem Besitzer mitteilen, ob es sich um eine Erkrankung handelt oder nicht. An dieser Stelle sei jedoch noch einmal gesagt, dass es bei Katzen nicht zur Diagnose „Down-Syndrom“ bzw. Trisomie 21 kommen kann. Diese Erkrankung sollte übrigens nicht mit der Diagnose „Downer Syndrom“ beim Rind verwechselt werden. Diese ist auch als Downer Cow Syndrom, kurz DCS, bekannt und bezeichnet ein Festliegen des Tieres.

An diesen Symptomen erkenne ich, dass meine Katze an einem "Down-Syndrom" erkrankt ist

Da die Katze nicht am Down-Syndrom erkranken kann, handelt es sich bei den Symptomen um sogenannte unspezifische Symptome.

Das bedeutet, dass die Symptome nicht nur bei einer bestimmten, sondern bei mehreren Erkrankungen auftreten können.
Das Gegenteil dieser unspezifischen Symptome wären spezifische Symptome, die speziell auf eine Krankheit hinweisen.

  • Beim Down-Syndrom ist es oftmals so, dass Betroffene einen rundlichen Schädel sowie einen flachen Hinterkopf haben.
  • Die Augen stehen weiter auseinander und sind etwas schräg gestellt.
  • Auch die Nasenwurzel ist oftmals etwas breiter als gewöhnlich.
  • Kleine Ohren und eine große Zunge sind ebenfalls äußerliche Symptome die für das Down-Syndrom sprechen.

Wie kommt es allerdings dazu, dass so häufig vermutet wird, dass auch Katzen an dieser Erkrankung leiden? 

Die Symptome, die bei extremer Überzüchtung und Inzucht auftreten, ähneln diesen zuvor genannten äußerlichen Veränderungen.
Einige Tiere sind im Internet aufgrund ihres möglichen (Down-Syndroms) sehr bekannt.
Dies liegt allerdings daran, dass beispielsweise die Augen etwas mehr auseinander gestellt sind als gewöhnlich. Auch die Form und Stellung der Nase erinnert bei diesen Tieren an Menschen mit Down-Syndrom. So können Katzen mit beispielsweise Kleinwüchsigkeit, sowie einem „Wasserkopf“ und Fehlstellungen des Kiefers, der Augen und der Nase oftmals für Erkrankte an Trisomie 21 gehalten werden.

Letztendlich ist dies jedoch nicht der Fall. Bei diesen Tieren liegen andere Erkrankungen vor. Dies können ebenfalls erbliche Krankheiten sein, wie beispielsweise Mutationen.
Aber auch enorme Inzucht sowie Überzüchtung können zu Erbfehlern führen.

Auch Krankheiten, die das Muttertier, sowie die Welpen in ihrer Entwicklung betreffen, können zu ähnlichen Erscheinungsbildern führen.

Des Weiteren können auch eine Einzelhaltung, sowie weitere Haltungs- und Sozialisationsfehler zu Auffälligkeiten des Verhaltens dieser Tiere führen. Die Folge sind beispielsweise Depressionen oder vermehrte Angst.

Die Behandlung

Eine Erbkrankheit ist nicht wirklich behandelbar, im Sinne dessen, dass eine enorme Besserung erzielt werden kann.

Es kann lediglich geschaut werden, dass die Lebensbedingungen des Tieres so gut wie möglich auf seine Erkrankung abgestimmt sind.
So kann der Besitzer dafür sorgen, dass es seiner Katze bestmöglich geht. In diesem Zusammenhang können der Haushalt, sowie das Verhalten der Katze gegenüber, an die Bedürfnisse des kranken Tieres angepasst werden.

Katzen mit Störungen, welche die Sozialisation, also das Einordnen in eine Gesellschaft betreffen, sowie Katzen mit Angststörungen, Depressionen oder anderen Verhaltensauffälligkeiten, sollten möglichst mit viel Liebe und Zuneigung behandelt werden.
Wenn das nicht sowieso schon der Fall ist. Abläufe bei denen die Katze anwesend ist, sollten langsamer durchgeführt werden und plötzliche erschreckende Bewegungen vermieden werden.

Manche Erkrankungen, die das Aussehen des Tieres betreffen sind jedoch behandelbar.
Den Wasserkopf, auch Hydrocephalus genannt, kann man beispielsweise mit Medikamenten, einer Operation oder einem Ableitungssystem in Form eines Shuntes, also einer Art Verbindung, behandeln.
Auch Ataxie bei Katzen kann an das Down-Syndrom erinnern. Das bedeutet, dass das Tier sehr unkoordinierte Bewegungen zeigt und gelegentlich einfach umfällt.
Eine Erkrankung des Nervensystems kann hier der Auslöser sein. Seltener kann auch ein Tumor der Grund für dieses Verhalten sein. Auch dieser kann vom behandelnden Tierarzt so gut es geht therapiert werden.

Wichtig ist immer, dass bei Auffälligkeiten nicht zu lange gewartet wird, sondern schnellstmöglich der Rat eines Tierarztes eingeholt wird, der Klarheit schafft.

Lebenserwartung

Da Katzen nicht an Trisomie 21 erkranken können, sondern nur an Krankheiten, die an diese Erkrankung körperlich oder psychisch erinnern, kann in diesem Zusammenhang auch nicht von einer bestimmten Lebenserwartung gesprochen werden.

Die Ursachen für die Auffälligkeiten im Aussehen beispielsweise, können aufgrund von Inzucht oder Überzüchtung der Rasse entstanden sein. Hierbei muss die Lebenserwartung nicht unbedingt eingeschränkt sein. Es gibt jedoch auch Tiere, beispielsweise mit einer zu kurzen „Schnauze“, die an einem brachycephalen Syndrom leiden. Dieses tritt bei extremer Kurzköpfigkeit auf. Durch die zu kurzen Luftleitungswege, wird die Atmung dieser Tiere beeinträchtigt, was sich auf deren Bewegungen und Fressverhalten auswirkt.
In diesen Fällen und auch anderen Fällen, kann die Lebenserwartung also auch herabgesetzt sein.

Pauschal kann man jedoch nicht von einer erhöhten bzw. verminderten Lebenserwartung sprechen, da es sich bei der Katze um unterschiedliche Erkrankungen handeln kann, die lediglich äußerlich an das Down-Syndrom erinnern.