Katzenminze

Die echte Katzenminze (Nepeta cataria) ist eine 60 bis 100 cm hoch werdende Pflanze mit weißen Blüten. Sie riecht angenehm nach Minze und Zitrone. Als Gartenpflanze ist sie mehrjährig, winterresistent und sonnenliebend.

Ihre Wirkung auf Katzen ist stärker als die von blau blühenden Hybrid-Kreuzungen, die ebenfalls als Gartenpflanze verwendet werden. Sie enthält als wirksamsten Stoff das Nepetalacton, welches antiviral, antibakteriell und ein Kontaktinsektizid ist, welches gegen Flöhe und Stechmücken wirkt. Außerdem hat es aber auch beruhigende oder aufputschende Wirkungen.


Wie wirkt Katzenminze auf meine Katze?

Katzenminze trägt ihren Namen, da sie eine starke Wirkung auf viele Katzen hat. Diese kann sich darin äußern, dass die Katze die Pflanze umtänzelt, sich daran reibt oder darin wälzt oder diese auch frisst oder ableckt.

Gezielt eingesetzt kann Katzenminze auf die Katze anregend und aktivierend, appetitanregend  oder beruhigend wirken. Sie kann dafür genutzt werden, Spielzeuge und den Katzenkratzbaum interessanter zu machen, die Katze zum Einsteigen in den Katzenkorb überzeugen oder dafür die Katze bei Stresssituationen zu beruhigen. Dabei reagieren die Katzen sehr unterschiedlich auf die Minze.

Das enthaltene Alkaloid Actinidin ist auch im Urin der nicht-kastrierten Katze enthalten, weshalb Kater im Allgemeinen stärker auf die Minze reagieren als noch nicht geschlechtsreife Jungtiere oder weibliche Katzen. Grundsätzlich reagieren aber sowohl kastrierte als auch unkastrierte Katzen auf die Katzenminze.

  • Bei einigen Katzen kann die Minze aber auch Aggressionen oder Halluzinationen auslösen. Das liegt an dem enthaltenen Nepetalacton. Es hat eine opiatähnliche Wirkung und kann sowohl beruhigend als auch Euphorie und Dysphorie auslösend sein. Die Halluzinationen äußern sich im Jagen einer eingebildeten Beute, Aggression oder Teilnahmslosigkeit.

Eine ähnliche Wirkung hat das Baltrainkissen. Lesen Sie dazu folgende Artikel:

Dürfen Katzen also Katzenminze fressen?

Der reine Duft der Katzenminze wirkt meist anregend, wohingegen der Konsum, also das Fressen der Katzenminze eher beruhigend wirkt.
Futtertaugliche Katzenminze kann unter das Katzenfutter gemischt werden, um den Appetit der Katze anzuregen oder sie bei Stress zu beruhigen. Aufgrund der anderen Wirkungen der Katzenminze sollte diese jedoch nicht ohne Rücksprache mit dem Tierarzt verabreicht werden. Dazu gehört vor allem die euphorisierende oder dysphorisierende Komponente, welche zu Halluzinationen bei der Katze führen kann.

Im Allgemeinen spricht nichts dagegen, dass die Katze im Garten geringe Mengen von der Katzenminze frisst. Reagiert sie aber extrem oder sonderbar auf diese, sollte die Pflanze aus der Reichweite der Katze entfernt und bei anhaltendem abnormalen Verhalten ein Tierarzt aufgesucht werden.

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Wie viel dürfen Sie fressen?

Bei dem gezielten Einsatz von Katzenminze sollte aufgrund der starken und zum Teil unvorhersehbaren Wirkung immer ein Tierarzt zu Rate gezogen werden.

  • Grundsätzlich gilt: Möglichst selten anwenden und immer mit einer geringen Dosis anfangen, welche nach Bedarf gesteigert werden kann.

Wird die Katzenminze zu oft eingesetzt, kommt es häufig zu einer Gewöhnung und sie verliert ihre Wirkung. Wird zu viel Minze gefüttert, kann es zu starken Nebenwirkungen kommen! Frisst die Katze von sich aus wenige Blätter, ist dies in der Regel kein Problem. Verhält sie sich jedoch abnormal, sollte ein Tierarzt kontaktiert werden.

Kann die Katze von der Katzenminze high werden?

Man findet im Internet Artikel, in denen beschrieben wird, dass Katzenminze eine ähnliche Wirkung auf die Katze hat wie LSD auf den Menschen. Ob man dies in einen konkreten Vergleich bringen kann, bleibt fraglich. Fest steht aber, dass die Katzenminze durchaus in der Lage ist, bei den Katzen Halluzinationen hervorzurufen. Sie jagen eine nicht vorhandene Beute, starren apathisch in die Leere oder reagieren aggressiv auf ihren Besitzer. Dabei reagiert jede Katze anders!

Wird der Katzenhalter von Katzenminze high?

Die Katzenminze wirkt nicht nur auf die Vierbeiner, nach denen sie benannt ist, sondern auch auf den Menschen. Als Katzenhalter sollte man aber keine Angst haben, dass man bei Kontakt mit der Katzenminze direkt „high“ wird. Der Duft ist für den Menschen lediglich angenehm.

  • Für eine tiefere Wirkung müssten die Blätter geraucht oder als Tee getrunken werden.

Die beim Menschen beschriebenen Wirkungen sind divers: entspannend, schmerzstillend, schweißtreibend, krampflösend, fiebersenkend, entgiftend, verdauungsfördernd, beruhigend bei Nervosität, Reizbarkeit senkend, schlaffördernd und euphorisierend.

Als Tee können zwei Esslöffel getrocknete Katzenminze mit 0,25 L heißem aber nicht kochendem Wasser aufgebrüht und fünf Minuten ziehen gelassen werden. Außerdem kann die Minze bei Zahnschmerzen gekaut oder in Umschlägen und Salben bei Verletzungen, Rheuma oder Hämorrhoiden angewendet werden. Geraucht kann die Katzenminze ein schwächerer Ersatz zu Marihuana sein – sie macht also auch high.

Hälte Katzenminze Katzen ab oder lockt es sie an?

Die Katzenminze hat auf viele Katzen eine anlockende Wirkung. Von der Katzenminze abgehalten werden Katzen aber nicht. Befindet sich eine Pflanze im Garten, wirkt diese anziehend auf die Katze und sie springt darum herum oder wälzt sich darin.

Die anziehende Wirkung kann auch genutzt werden, indem man Katzenminze in ein Säckchen gesteckt als Lockstoff benutzt. So kann man die Katze zum Einsteigen in eine ungeliebte Transportbox bewegen oder sie dazu bringen, einen neuen Kratzbaum zu akzeptieren. Dabei sollte der Geruch nicht allzu häufig verwendet werden. Es kann sonst zu einer Gewöhnung kommen. Alternativ kann auch das Baldriankissen benutzt werden.

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