Wie erzieht man eine Katze?

Beim Thema Katzenerziehung muss man sich von Anfang an bewusst machen, dass es nicht darum geht, den Tieren bestimmte Kommandos beizubringen.
Das ist durch den selbstbewussten und eigenständigen aber gleichzeitig hochsensiblen Charakter von Katzen so gut wie unmöglich und sollte auch nicht Ziel der Katzenerziehung sein.

Es geht vielmehr darum, einige Rahmenbedingungen und „Spielregeln“ festzulegen, die die Kooperation zwischen Mensch und Tier erleichtern und ein unproblematisches Zusammenleben gewährleisten.

Am wichtigsten ist hierbei, ein sinnvolles Gleichgewicht zu finden, um der Katze weiterhin ein artgerechtes Leben zu ermöglichen, gleichzeitig jedoch als Besitzer keine Abstriche hinnehmen zu müssen.

Essentiell für die Katzenerziehung ist vor allem durchgehende Konsequenz und klare Grenzen, die sich im Laufe des Zusammenlebens niemals ändern sollten.
Ausnahmen darf es nicht geben. Es geht jedoch nicht darum, bei den sensiblen Tieren Angst hervorzurufen, weshalb Schreien oder Gewalt in jedem Fall unterlassen werden muss.

 


Das kann man bei einer Katze nicht erziehen

Katzen gelten im Allgemeinen als sehr selbstbewusste, manchmal sogar arrogante Tiere.
Nicht selten werden sie auch als unerziehbar bezeichnet – und in gewissen Punkten stimmt das auch.

Zwar kann man Katzen mit etwas Geduld unerwünschte Angewohnheiten wie zum Beispiel das Kratzen an Tapeten oder Möbeln abtrainieren, doch wird der Versuch, ihnen echte Kommandos beizubringen, in aller Regel ohne Erfolg bleiben.
Was bei Hunden an der Tagesordnung ist und zur Grundausbildung gehört, ist bei Katzen nahezu unmöglich.

Die Erklärung ist denkbar einfach: Katzen besitzen – im Gegensatz zu der Mehrheit aller Hunderassen – nicht den sogenannten „Will – to – please“ ( zu deutsch „Wunsch zu gefallen“ ).
Ein Hund findet Gefallen daran, seinem Besitzer den ganzen Tag zu gehorchen und möglichst viele erlernte Kommandos wieder und wieder abzurufen.
Für eine Katze würde dies schlicht keinen Sinn ergeben.

Katzenerziehung bezieht sich also nicht darauf, den Tieren „Sitz!“, „Platz!“, „Gib Pfote!“ oder „Bei Fuß!“ beizubringen.

In diesem Punkt sind Katzen tatsächlich unerziehbar.

Vielmehr beschränkt sich die Erziehung einer Katze darauf, ihr bestimmte Gewohnheiten – die in vielen Fällen der Auslebung natürlicher Instinkte und Triebe verschuldet sind – abzugewöhnen beziehungsweise diese in alternative Wege zu lenken, um ein harmonisches Zusammenleben zwischen Mensch und Tier zu ermöglichen.

Das bringt ein Erziehungshalsband

Ein Erziehungshalsband ist eine umstrittene Methode zur Erziehung von Haustieren, die hauptsächlich bei Hunden angewendet wird.

Nicht selten stellt sich jedoch die Frage, ob man diese Erziehungshilfe auch bei Katzen anwenden kann.
Es handelt sich um ein Halsband, das bei Betätigung einer Fernbedienung beispielsweise einen schwachen Stromschlag oder einen Wasserstrahl abgibt, um das Tier zu erschrecken.

Ziel der Halsbänder ist es nicht, Schmerzen auszulösen.
Sie sollen dafür sorgen, dass die Tiere unerwünschte Angewohnheiten wie beispielsweise das Bellen bei Hunden mit einem negativen Ereignis verbinden und diese deshalb dauerhaft unterlassen.
Gleichzeitig soll die Bestrafung in Distanz zum Besitzer erfolgen, sodass das negative Erlebnis nicht mit diesem verknüpft und die Beziehung und die Vertrauensbasis somit nicht geschädigt wird.

Eigentlich erfüllen die Halsbänder also alle Kriterien, die auch bei der Erziehung einer Katze berücksichtigt werden soll.

Nichtsdestotrotz sind Erziehungshalsbänder für die sensiblen Samtpfoten ungeeignet.

Katzen sind äußerst schreckhaft und empfindlich, außerdem vergessen sie negative Erlebnisse nicht und verzeihen selten.

Die Maßnahme eines Erziehungshalsbandes könnte bei den Tieren Panik auslösen, da sie sehr viel intensiver wahrgenommen wird als ein Klatschen aus der Ferne oder ein paar Tropfen Wasser auf den Rücken. Darüber hinaus stellt das Tragen eines Halsbandes bei Katzen und insbesondere bei Freigängern ein erhöhtes Verletzungsrisiko dar, da die Tiere leicht mit dem Halsband hängen bleiben und sich Verletzungen zuziehen können.

Folgende Themen könnten Sie auch interessieren:

Diese Erziehungsmethoden gibt es für Katzen

Obwohl Katzen für viele als unerziehbare Tiere gelten, so haben sich doch einige Methoden bewährt, um den Stubentigern zumindest unerwünschte Verhaltenselemente abzugewöhnen.

Es gibt kein Pauschalrezept für die ideale Erziehung einer Katze, da jedes Tier anders auf die verschiedenen Erziehungsmaßnahmen reagiert.
Die individuell richtige Methode ist die, die den gewünschten Lernerfolg erzielt, ohne der Katze Angst zu machen und somit die vertrauensvolle Basis der Beziehung zum Besitzer zu zerstören.

Grundsätzlich sollte auf Schreien oder Gewaltanwendung genauso verzichtet werden wie auf unangemessene Reaktionen oder Einsperren.

Man muss sich bewusst machen, dass die Tiere die meisten unerwünschten Verhaltensweisen nicht aus Langeweile oder Böswilligkeit zeigen, sondern dass sie lediglich ihren Instinkten folgen.

Ein bewährter Grundsatz bei der Erziehung von Katzen lautet Konsequenz und positive Bestärkung:

  • Es ist wichtig, von Anfang an klare Grenzen zu ziehen und diese konsequent durchzusetzen.
  • Ausnahmen zu machen kann den ganzen bis dahin erzielten Lernerfolg zerstören.  
  • Ebenso wenig ist es sinnvoll, eine bestimmte Verhaltensweise nur in der Hälfte der Fälle zu bestrafen.
  • Eine Bestrafung sollte lediglich aus einem deutlichen „Nein!“ oder „Lass das!“ bestehen, das immer in ähnlicher Betonung gesagt werden sollte.
  • Wichtig ist es, dass der Tadel unmittelbar dann erfolgen muss, wenn die Katze das unerwünschte Verhalten zeigt, sodass sie ihn mit diesem in Verbindung bringen kann.

Katzen verstehen nicht den Wortlaut der gegebenen Unterlassungskommandos, jedoch sind sie sehr sensibel und merken in der Regel schnell, ob ihr Verhalten gerade Freude oder Missfallen erregt.

Aus diesem Grund wird auch ein leises und freundliches Bitten keinen Erfolg erzielen.

Außerdem ist es wichtig, der Katze eine Alternative anzubieten: ein Tier das beispielsweise an Tapeten und Möbeln kratzt, sollte dies weniger abgewöhnt als vielmehr angewöhnt bekommen, seine Krallen an einem Kratzbaum zu schärfen.

Erzielt das Kommando den gewünschten Erfolg, sollte das Tier in jedem Fall eine Belohnung erhalten, sei es in Form eines Leckerlis, eines Streichelns über den Kopf oder netter Worte.

Da leider nicht alle Katzen sensibel auf die strenge Stimme ihres Besitzers reagieren, ist es manchmal sinnvoll, sich einiger Hilfsmittel zu bedienen.

Da Katzen äußerst geräuschempfindlich sind, kann ein Unterlassungsbefehl effektiv durch ein lautes Geräusch wie ein Händeklatschen oder das Rascheln einer Blechbüchse unterstützt werden.
Eine andere Möglichkeit ist es, sich die natürliche Scheu vor Wasser zunutze zu machen.

Zeigt der Stubentiger ein unerwünschtes Verhalten, kann man ihn beispielsweise mit Hilfe einer Sprühflasche leicht mit Wasser bespritzen.

Das tut den Katzen weder weh noch schädigt es sie nachhaltig, doch nach kurzer Zeit werden sie das entsprechende Verhalten mit der unangenehm nassen Erfahrung in Verbindung bringen und in den meisten Fällen dauerhaft unterlassen. Natürlich sollten nur geringe Mengen an Wasser benutzt und niemals auf denn Kopf des Tieres gezielt werden.

Dieses Hilfsmittel sollte jedoch selten und behutsam angewendet und keinesfalls zur Gewohnheit werden. Eine andere Erziehungsmethode setzt an der positiven Bestärkung an. Ähnlich wie bei Hunden hat die sogenannte Click – Methode auch bei Katzen oft den gewünschten Erfolg.

So kann man eine Katze erziehen, nicht zu kratzen

Zu den wohl häufigsten und belastendsten Verhaltensproblemen bei Katzen gehört das Kratzen an verschiedensten Gegenstände: Tapeten, Türen, Möbelstücke etc.

Viele Katzen nutzen die komplette Wohnungseinrichtung um ihre Krallen zu schärfen – exklusive des eigens für sie angeschafften Kratzbaumes.

Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass die Tiere die Inneneinrichtung nicht aus bösem Willen oder Langeweile beschädigen.
Es ist ihr Instinkt, sich die Krallen – die ihnen als Kletterwerkzeug und Waffe dienen – regelmäßig an rauen Oberflächen zu schärfen.
Dass sie dafür ausschließlich ihren Kratzbaum benutzen sollen, begreifen sie oft nicht von alleine. In jedem Fall muss sichergestellt werden, dass die Katze eine Alternative – wie etwa den Kratzbaum – zur Verfügung hat.
Es ist sinnvoll, abzuwarten, bis die unerwünschte Verhalten auftritt und die Katze sofort beispielsweise mit einem strengen und bestimmten „Nein!“ oder einem lauten Geräusch wie Händeklatschen zu bestrafen.

In der Regel irritiert das die Tiere und sie unterbrechen ihre Krallenpflege.

Dann sollte die Katze hochgenommen und zu ihrem Kratzbaum gebracht werden – beginnt sie nun hier zu kratzen, erhält sie ihre verdiente Belohnung wie z.B. ein Leckerli. Dieser Vorgang wird einige Male wiederholt werden müssen, bis die Katze begreift.

So kann man eine Katze erziehen, nicht auf den Tisch zu gehen

Da viele Katzen gerne auf erhöhten Plätzen liegen, ist das Springen auf Tische oder die Arbeitsplatte in der Küche kein seltenes Problem.

Da weder Katzenhaare im Essen noch ein durch eine heiße Herdplatte oder ein scharfes Messer verletztes Tier wünschenswert sind, sollte man seiner Katze diese Angewohnheit schnellstmöglich abgewöhnen.

In der Regel genügt es, die Tiere mit einem strengen Ton anzusprechen und vom Tisch zu nehmen, sie zu einem alternativen Ort wie beispielsweise ihrem Kratzbaum zu tragen und sie dort zu belohnen.

Dies sollte konsequent bei jedem Versuch der Katze, auf den Tisch zu gehen, erfolgen.
Ist die Katze allein im Haus kann es deshalb durchaus sinnvoll sein, die Küchentür zu schließen, um „Rückfälle“ zu vermeiden.

Wie bei anderen unerwünschten Verhaltenselementen kann man sich auch hier bestimmter Hilfsmittel, zum Beispiel:

  • einem lauten Klatschen oder
  • ein wenig Wasser, bedienen.

Außerdem kann es helfen, den Tisch nass abzuwischen oder mit Alufolie oder Zeitungspapier auszulegen, denn nasse Pfoten oder ein unangenehmes Rascheln verbindet die Katze mit dem Sprung auf den Tisch und unterlässt diesen im besten Fall zukünftig.

 

So kann man eine Katze stubenrein erziehen

Mit der Gewöhnung einer Katze an ihre Katzentoilette sollte grundsätzlich so früh wie möglich begonnen werden, im besten Fall im Alter zwischen drei und sechs Wochen, sobald die Tiere beginnen, feste Nahrung zu sich zu nehmen.
Die meisten Kitten, die von Züchtern abgegeben werden, sind bereits an eine Katzentoilette gewöhnt und nahezu stubenrein.

Bei Tieren, die beispielsweise aus Tierheimen oder von Bauernhöfen stammen, stellt sich jedoch die Frage, wie man sie am besten stubenrein erzieht.

Zunächst einmal gilt: Geduld ist hier das Zauberwort!

Gewalt oder Verärgerung werden genau wie das Stupsen der Fellnase in die unerwünschten Hinterlassenschaften eher Rück- als Fortschritte verursachen.

Die Katzentoilette sollte an einer ruhigen und möglichst lärmgeschützten Stelle sowie weit genug von der Futterstelle entfernt platziert werden.

Nichtsdestotrotz sollte sie sich in der Nähe der regelmäßigen Aufenthaltsorte der Katze befinden.

Jede Katze benötigt ihre eigene Katzentoilette, die immer und jederzeit zugänglich sein und regelmäßig gereinigt werden muss.

Gerade am Anfang ist es ratsam, eine nicht klumpende und eine duftneutrale Katzenstreu zu wählen. Die Kätzchen sollten von Beginn an immer wieder in ihre Katzentoilette gesetzt werden, sodass sie diese möglichst bald verstehen und annehmen.

So kann man eine Katze erziehen, nicht zu beißen

Das Beißen von Katzen während dem Spiel oder beim Schmusen kann verschiedene Ursachen haben.

Zunächst einmal muss geklärt werden, ob das Verhalten einer aggressiven Grundhaltung, die beispielsweise durch Langeweile aber auch durch Schmerzen verursacht werden kann, oder schlichtweg Übermut und schlechter Erziehung geschuldet ist.

Tritt das Beißen nur in bestimmten Situationen oder beim Berühren einer bestimmten Körperstelle auf, ist eine schmerzhafte Ursache naheliegend und sollte gegebenenfalls durch einen Tierarzt abgeklärt werden.

Es ist wichtig, einer Katze genügend Auslauf und Spielmöglichkeiten – nicht nur mit Menschen und Spielzeug sondern auch mit Artgenossen – zu ermöglichen.

Wie bei anderen schlechten Angewohnheiten kann es auch beim Beißen hilfreich sein, die Katze mit einem strengen „Nein!“ zu tadeln und sich einfach zu entfernen oder aber der Katze eine Alternative in Form eines Spielzeugs zur Verfügung zu stellen, in das sie beißen kann.

Außerdem sollte man genau auf vorhergehende Alarmsignale, wie zum Beispiel ein Fauchen, achten und auch akzeptieren, wenn eine Katze nicht mehr gestreichelt werden oder spielen sondern lieber in Ruhe gelassen werden möchte.