Meine Katze hat eine Blasenentzündung

Eine Blasenentzündung nennt man in der Fachsprache Zystitis. Darunter versteht man eine Entzündung der Harnblase, wobei oftmals auch die Harnröhre beteiligt ist.

Bei einer Zystitis kommt es zur Reizung und Entzündung der Blasenwand, dadurch ist der Urinabsatz schmerzhaft und erfolgt häufiger in kleinen Mengen. Das Absetzen häufiger kleiner Urinmengenwerden heißt Pollakisurie.

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Ursachen einer Blasenentzündung bei einer Katze

Eine Ursache für eine Blasenentzündung bei der Katze können Harnsteine sein. Vor allem übergewichtige Katzen haben eine Prädisposition. Der Grund ist einfach, eine wohlbeleibte Katze bewegt sich nicht gerne und besucht deshalb weniger oft das Katzenklo und den Wassernapf, die Blase wird nichtmehr ausreichend gespült und es kommt zur Bildung von Kristallen.

Eine andere Ursache für eine Zystitis (Blasenentzündung) können Bakterien, selten auch Pilze und Parasiten sein.

Das Legen eines Blasenkatheters kann ebenfalls ein Auslöser sein. Beim Einführen des Katheters können Bakterien, die natürlicherweise im unteren Teil der Harnröhre, an der Vorhaut (Präputium) und an der Vagina vorkommen, rückläufig in die Blase gelangen und verursachen hier eine Entzündung.

Auch anatomische Fehlbildungen, ebenso wie die Neubildung von Körpergeweben (Neoplasien) können eine Blasenentzündung zur Folge haben.

Manchmal lässt sich keine Ursache finden, in diesem Fall spricht man von einer idiopathischen Zystitis (d.h eine Blasenentzündung ohne bekannte Ursache). Als Auslöser für diese Form der Zystitis spielt Stress eine wichtige Rolle.

Kann eine Blasenentzündung durch Stress ausgelöst werden?

Stress spielt eine große Rolle bei der Blasenentzündung der Katze. Sie sind sehr sensibel und reagieren auf verschiedenste Dinge gestresst. Es kann schon reichen, wenn man seinen Wohnzimmerteppich an einer anderen Stelle platziert.

Wichtig ist das Katzenklo, es sollte an einem ruhigen Ort stehen und keinen Deckel besitzen, damit die Katze von dort einen guten Überblick über ihre Umgebung behalten kann. Außerdem sollte man für eine Katze mindestens zwei Katzenklos an unterschiedlichen Orten aufstellen. Für jede weitere Katze im Haushalt wird ein zusätzliches Katzenklo benötigt, das ebenfalls an einer anderen Stelle steht.

Katzen bevorzugen es an unterschiedlichen Orten zu fressen und zu trinken, deshalb sollten Futter- und Wasserschüssel an verschiedenen Lokalisationen aufgestellt werden. Sind diese Gegebenheiten nicht erfüllt, reagiert eine Katze mit Stress und es kann zur Blasenentzündung kommen. Stress kann aber auch zur Verschlimmerung einer bereits bestehenden Zystitis führen.

Die Diagnose einer Blasenentzündung bei der Katze

Zunächst wird der Tierarzt genau erfragen, welche Symptome die Katze zeigt.

  • Trinkt sie vermehrt?
  • Setzt sie öfter kleine Harnmengen ab (Pollakisurie)? Z
  • eigt die Katze schmerzen beim Harnabsatz?

Anschließend wird die Blase palpiert, um festzustellen wie groß sie ist. Beim Kater wird der Penis und die Umgebung beurteilt, bei der Kätzin die Vulva. Wichtig ist nun eine Harnuntersuchung. Erst wird der Urin makroskopisch beurteilt, das heißt:

  • nach Farbe
  • Geruch und
  • Trübung.

Der Tierarzt ermittelt das spezifische Gewicht des Urins, macht eine Teststreifenuntersuchung und beurteilt das Sediment. Im Sediment können beispielsweise Bakterien oder Harnkristalle entdeckt werden.

Um andere Erkrankungen auszuschließen wird eine Blutuntersuchung gemacht. Auch Röntgen und Ultraschall gehören zur Untersuchung, hier lassen sich nicht nur Harnsteine gut erkennen.

An diesen Symptomen erkenne ich, dass meine Katze an einer Blasenentzündung erkrankt ist

Eine Katze, die an einer Blasenentzündung leidet zeigt Harnabsatzbeschwerden, eine sogenannte Dysurie.

Sie zeigt oft eine Strangurie, darunter versteht man schmerzhaftes Harnpressen. Die Katze sitzt im Katzenklo und versucht Urin abzusetzen, dabei schreit sie. Ihr gelingt es nur sehr kleine Mengen abzusetzen, weshalb sie immer wieder ins Katzenklo geht. Man spricht hier von einer Pollakisurie.

Ein weiteres Symptom bei der Blasenentzündung der Katze ist die Hämaturie, der Urin enthält Blut und ist deshalb rot gefärbt. Auffällig ist es, wenn das Tier aufeinmal Harn an ungewöhnlichen Stellen hinterlässt. Der Fachbegriff hierfür lautet Periurie.

Diese Symptome sprechen für eine Blasenentzündung bei der Katze. Bemerkt man eines der Anzeichen sollte man seinen Tierarzt aufsuchen und am besten eine Urinprobe mitbringen.

Die Behandlung einer Blasenentzündung bei der Katze

Eine Katze, die an einer Blasenentzündung leidet hat häufig Schmerzen, deshalb sollte ihr ein Schmerzmittel verabreicht werden.

Sind die ableitenden Harnwege durch Harnsteine verschlossen handelt es sich um einen Notfall.
Die Katze muss in Narkose gelegt werden und die Steine müssen entfernt werden. Um die erneute Bildung von Steinen zu verhindern sollte das Katzenfutter umgestellt werden. Außerdem ist es wichtig dafür zu sorgen, dass die Katze ausreichend Wasser aufnimmt.
Dazu kann man beitragen, indem man der Katze verschiedenste Trinkmöglichkeiten anbietet.

  • Viele Katzen mögen beispielsweise Trinkbrunnen.
  • Die Umstellung von Trocken- auf Nassfutter kann ebenso hilfreich sein.
  • Da Stress eine bedeutende Rolle bei der idiopathischen Zystitis spielt, muss er so gut es geht vermieden werden. Dazu sollte man sich genaustens über das Verhalten der Katzen, ihre Wünsche und Vorlieben informieren.
  • Es gibt die Möglichkeit Pheromone in die Raumluft zu sprühen. Sie haben eine beruhigende Wirkung auf Katzen und können so den Stress reduzieren.

Diese Medikamente können meiner Katze helfen

Die Gabe von Amitriptylin soll Rezidiven verhindern. Das Medikament wirkt antidepressiv, entzündungshemmend und schmerzlindernd.
Auch Glukosamine können eingegeben werden. Sie werden benötigt, um die geschädigte Blasenwand wiederaufzubauen.

Eine entsprechende Ernährungsumstellung kann ebenso hilfreich sein.
Bei Struvitsteinen kann „Urinary S/O“ von Royal Canin gefüttert werden. Struvitkristalle sind aus Magnesium-Ammonium und Phosphat. Sie entstehen bei einem zu hohen pH, der durch eine Blasenentzündung bedingt sein kann. Durch den niedrigen Gehalt an Magnesium in „Urinary S/O“ trägt das Futter dazu bei, die Steine aufzulösen und verhindert eine Neubildung der Harnkristalle.

Bei der idiopathischen Zystitis muss Stress reduziert werden. Zur Beruhigung der Katze können Pheromone in die Raumluft gesprüht werden, ein geeignetes Spray hierfür ist der „Feliway® Zerstäuber“. Zur Stressreduktion kann die Fütterung auf das Futter „Calm“ von Royal Canin umgestellt werden, denn es hat ebenfalls eine beruhigende Wirkung. Es ist nur über den Tierarzt erhältlich, da vorher sichergestellt werden muss, dass das Futter für die Katze die richtige Medizin ist.

Ein Antibiotikum sollte verabreicht werden, wenn ein Blasenkatheter gelegt wurde oder eine bakteriell bedingte Zystitis vorliegt.

Diese Hausmittel können bei einer Blasenentzündung der Katze helfen

Das beste Hausmittel gegen eine Blasenentzündung ist Wasser.

Eine ausreichende Wasseraufnahme sorgt dafür, dass die Blase gut gespült wird und so Bakterien aus der Blase geschwemmt werden. Am besten bietet man der Katze verschiedene Trinkmöglichkeiten. Auch dem Trockenfutter kann Wasser beigemengt werden oder man füttert Nassfutter, welches von Haus aus einen höheren Wassergehalt hat.
Da ein alkalischer pH-Wert des Urins die Bildung von Harnsteinen fördert, sollte darauf geachtet werden, dass die Katze einen sauren pH-Wert des Urins behält. Die Säuerung des Harns kann durch die Gabe von Cranberrykapseln oder Vitamin C (Ascorbinsäure) unterstützt werden.

Homöopathie bei einer Blasenentzündung der Katze

Homöopathisch kann man Löwenzahn, Brunnenkresse, Petersilie oder Faulbaum als Tee kochen.
Man lässt ihn abkühlen, siebt ihn und verabreicht der Katze davon zweimal täglich zwei Teelöffel.

Des Weiteren sollen die Tabletten „Eurologist“ bei Blasenentzündungen und Harnsteinen (Struvit- oder Oxalatsteinen) hilfreich sein. Sie sind zusammengesetzt aus Lysmachia nummuralia, Lygodium japonicum, Astralagus membranaceus, Corydalis yanhusuo, Lindera strychnifolia, Pyrrosia sheareri, Plantago major, Gallus endothelium, Akebia trifoliata und Magnesiumstearat.

Wann muss ich zum Tierarzt?

Hat man als Besitzer den Eindruck, dass die Katze nicht richtig pinkeln kann sollte umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden.

  • Leidet das Tier beispielsweise unter einem vollständigen Verschluss der ableitenden Harnwege droht Lebensgefahr und es handelt sich um einen absoluten Notfall.
  • Auch Blut im Urin sollte ernstgenommen werden und man sollte den Tierarzt aufsuchen.
  • Wenn die Katze beim Harnabsatz schreit ist der Tierarztbesuch ebenso ein Muss.
  • Findet man aufeinmal Urinpfützen an ungewöhnlichen Stellen lässt das eine Blasenentzündung vermuten. Auch dann muss der Tierarzt aufgesucht werden.

Egal um welches Symptom es sich handelt, vermutet man eine Zystitis oder allgemein Harnabsatzbeschwerden, ist ein Besuch beim Tierarzt unausweichlich. Je früher man hingeht, desto besser.

Was kostet die Behandlung einer Blasenentzündung?

Die Kosten für die Behandlung einer Blasenentzündung sind variabel, da die Behandlung und Therapie je nach Ursache anders erfolgt.

Zunächst muss eine

  • allgemeine Untersuchung
  • die Urinuntersuchung und evtl. eine
  • Blutuntersuchung bezahlt werden.

Anschließend erfolgt eine Therapie die je nach Ursache variiert.
Bei Harnsteinen ist eine Operation notwendig, die eine Narkose erfordert und je nach Größe, Lokalisation und Menge der Steine unterschiedlich lange dauert. Hinzu kommen die Kosten für den stationären Aufenthalt und Medikamente, wie z.B. Schmerzmedikamente.

Hat die Katze keine Steine, sondern eine bakteriell bedingte Blasenentzündung, benötigt sie i.d.R. keinen stationären Aufenthalt. Nach Anfertigung eines Antibiogramms wird sie mit dem entsprechenden Antibiotikum behandelt und enthält ein Schmerzmedikament dazu. Die Behandlungskosten bei dieser Katze sind deutlich niedriger, als bei der Katze mit Harnsteinen, die operiert werden muss.

Pauschal kann man nicht sagen, was die Behandlung kostet. Das unterscheidet sich von Fall zu Fall extrem und muss mit dem Tierarzt besprochen werden.

Dauer der Behandlung einer Blasenentzündung

Eine einfache Blasenentzündung kann mit der richtigen Therapie nach einigen Tagen wieder verschwinden.

Bei Blasensteinen muss lebenslang eine Neuentstehung von Harnsteinen vermieden werden. Das wird durch Fütterung einer speziellen Katzennahrung erreicht. Auch bei der einfachen Zystitis kann es vorkommen, dass diese häufig zurückkehrt.
Dann ist der Besitzer ebenso dauerhaft gefordert Rezidiven zu verhindern, z.B. durch Stressmanagement.

Die Prognose bei der Behandlung einer Blasenentzündung

Die Prognose bei der Behandlung einer Blasenentzündung ist in aller Regel sehr gut.

Blasensteine können entfernt werden und mit der entsprechenden Futterumstellung sind die meisten Katzen beschwerdefrei. Eine einfache Blasenentzündung verschwindet nach der Behandlung mit Antibiotikum und einem Schmerzmittel in der Regel wieder vollständig.
Es gibt natürlich Katzen, die unter einer rezidivierenden idiopathischen Zystitis leiden. Das bedeutet die Blasenentzündung kommt immer wieder und man weiß nicht warum. Bei diesen Tieren ist die einzig vielversprechende Therapie die Stressvermeidung bzw. Stressreduktion.
Das kann mit medikamentöser Unterstützung erfolgen.

Ist eine Blasenentzündung der Katze für den Menschen ansteckend?

Eine Blasenentzündung der Katze ist für den Menschen nicht ansteckend.

Eine erkrankte Katze ist auch keine Gefahr für andere Katzen im Haushalt. Die Erreger können beispielsweise von der Genitalschleimhaut über die Harnröhre in die Blase gelangen. Das geschieht allerdings nicht einfach so, sondern die Keime können beispielsweise durch das schieben eines Katheters in die Blase befördert werden.
Auch der Auslöser Stress oder Harnsteine stellen für den Menschen keine Ansteckungsgefahr dar und spielen daher ebenso keine Rolle als Ursache einer Blasenentzündung.