Hundehalsband mit Strom

Es gibt viele verschiedene Arten von Hundehalsbändern. Neben den typischen Materialien (Stoff, Leder) gibt es auch die sogenannten Elektrohalsbänder. Diese werden auch als Elektroreizgeräte oder Teleaktgeräte bezeichnet.

Sie dienen weniger der Fixierung des Tieres, sondern viel mehr der Erziehung durch Bestrafung. Die Besonderheit dieser Halsbänder liegt darin, dass sie elektrische Impulse empfangen können.
Der Besitzer hält den hierzu benötigten Sender in seiner Hand und kann auf Knopfdruck auslösen, wann, wie stark und wie oft der Hund einen Stromschlag erhalten soll.
Laut Tierschutzgesetz ist es jedoch verboten, Geräte zu verwenden, die dem Tier Schmerzen durch direkte Stromeinwirkung zufügen.

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Was sind die Vorteile eines Hundehalsbandes mit Strom?

Bevor der Eindruck entsteht, dass die Halsbänder im folgenden Abschnitt „schön“ geredet werden, hier noch einmal die ganz klare Aussage, dass Stromhalsbänder laut Tierschutzgesetz verboten sind und diese dem Tier Schmerzen und Leid zufügen.

Im Weiteren werden also nur „scheinbare“ Argumente für Elektrohalsbänder angesprochen. Wer sein Tier liebt, möchte dieses wohl kaum den unangenehmen Stromschlägen und deren Folgen aussetzen.

  • Im ersten Moment, könnten Besitzer also vermuten, dass die Erziehung des Tieres mit einem Elektrohalsband erleichtert wird.
    Dies ist jedoch nicht der Fall. In der Hundeerziehung fällt oft der Begriff der sogenannten operanten Konditionierung.
    Im Fall des Stromschlags soll das Tier also dadurch erzogen werden, dass ihm etwas Unangenehmes zugefügt wird. Diese Art der Erziehung heißt positive Bestrafung. Die damit verbundenen Emotionen des Tieres sind Angst, Schmerz und Verunsicherung. Also keine besonders schöne Grundlage für eine lebenslange Partnerschaft zwischen Mensch und Tier.
     
  • Ein weiterer Vorteil, den Besitzer in diesen Halsbändern sehen könnten ist, dass eine Art unsichtbarer Zaun erstellt werden kann. Kommt der Hund also in den Bereich der angebrachten Sender, beispielsweise in Form eines Kabels im Boden, so empfängt das Halsband einen Reiz und sendet einen Stromschlag aus.
    Das Tier soll somit davon abgehalten werden, das ihm zur Verfügung gestellte Gebiet zu verlassen. Doch auch hierbei zeigen sich Probleme. War der Drang des Tieres auf die andere Seite des Senders zu kommen beispielsweise extrem groß, so kann es nicht in den „inneren“ Bereich des Zauns zurück ohne einen erneuten Stromschlag zu erlangen. Es ist also ausgesperrt.

Was sind die Nachteile eines Hundehalsbandes mit Strom?

Die Nachteile eines Elektrohalsbandes für Hunde überwiegen ganz eindeutig die Vorteile.

  • Dem Tier werden nicht nur für einen kurzen Moment kleine Stromschläge zugefügt.
    Nein, es ist vielmehr der Fall, dass der Hund auch nach der Bestrafung Angstverhalten zeigt. Die Furcht vor einer erneuten Sanktion besteht demnach auch in der Zeit zwischen den Bestrafungen und wird verstärkt, je häufiger diese zum Einsatz kommt.
     
  • Beim Tier, wie auch beim Menschen, führt diese dauerhafte Angst zu Stress und Stress wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus. Das Tier kann also nicht nur an psychischen, sondern auch an körperlichen Krankheiten aufgrund eines Elektrohalsbandes erkranken bzw. leiden.
     
  • Für kurze Zeit mag der Reiz durch den Stromschlag dem Besitzer vielleicht helfen das Tier zu erziehen, auf lange Sicht gesehen, wird ihm oder ihr diese Methode jedoch nichts bringen.
     
  • Sollte der Besitzer planen, einen unsichtbaren Zaun zu errichten, damit das Tier im Garten oder in der Nähe des Hauses bleibt, so ist auch in diesem Fall ein Elektrohalsband nicht förderlich.
    Wie bereits zuvor umrissen, kann der Hund, hat er die Elektrogrenze einmal überschritten, gar nicht so einfach wieder zurück. Der Elektrozaun erkennt nämlich nicht, ob das Tier sich außerhalb oder innerhalb des erlaubten Bereiches aufhält. Es kann also sein, dass der Hund durch einen sehr starken Reiz – beispielsweise eine Katze oder einen anderen Hund – über die Grenze gelockt wird.
    Der Reiz wieder nach Hause zu gehen, gerade wenn der Besitzer nicht vor Ort ist, ist vergleichsweise klein, wenn eine Elektrohürde überwunden werden muss. Es kann also sein, dass der Hund nicht gerne oder gar nicht von selbst zurückkommt.

So starke Schmerzen hat der Hund bei einem Stromschlag

Die Schmerzen, die der Hund bei einem Stromschlag erfährt, umfassen nicht nur das körperliche Gefühl des Stroms auf der Haut und die Weiterleitung dessen im Körper.
Sie beinhalten vielmehr auch den psychologischen Aspekt, genauer gesagt die Furcht und den Stress vor dem nächsten Reiz, den diese Tiere dauerhaft erwarten.
Es ist also nicht möglich, den Schmerz des Tieres lediglich auf eine Volt- bzw. Amperezahl herunter zurechnen.

Hinzukommt, dass viele Anbieter die Stromstärke nicht in ihrer Beschreibung angeben, sondern lediglich darauf verweisen, dass die Impulse und die Stärke des Stroms regulierbar sind.

Was sind die Kosten für das Hundehalsband mit Strom?

Obwohl Elektrohalsbänder in Deutschland verboten sind, gibt es dennoch zahlreiche Anbieter, die diese, unter anderem im Internet, verkaufen.

Die Preise liegen generell bei ungefähr 40,00 bis 80,00 Euro. Es gibt allerdings auch günstigere sowie teurere Geräte auf dem Markt. Der Preis richtet sich sowohl nach der Reichweite als auch nach den Einstellungsmöglichkeiten, was den Strom angeht.

Der potentielle Käufer sollte jedoch, sofern er ein solches Halsband mit seinem Gewissen vereinbaren kann, im Hinterkopf behalten, dass ihm, sollte er mit einem solchen Halsband gesehen und angezeigt werden, bis zu 25.000 Euro Strafe abverlangt werden können.

Kann man das Halsband auch als virtuellen Gartenzaun nutzen?

Theoretisch kann man ein Elektrohalsband als virtuellen Gartenzaun verwenden. So macht es vielleicht im ersten Moment Sinn, dass der Hund, wie ansonsten eher Rinder oder Schafe, aufgrund eines Elektrozauns in einem bestimmten Gebiet festgehalten werden soll.

Es gibt allerdings Unterschiede im Vergleich mit den bei Nutztieren eingesetzten sichtbaren Elektrozäunen. Diese virtuellen Gartenzäune, die mittels Elektrohalsband und Kabel gebildet werden, sind nämlich unsichtbar. Der Hund kennt die Grenze, bis wohin er sich fortbewegen darf, nicht und lernt diese auch nur durch mehrmalige Bestrafung kennen.

Laut der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz gehören diese Zäune zudem zu tierschutzwidrigem Zubehör. Zur Funktionsweise sei gesagt, dass das Kabel in den Boden eingelassen wird und Impulse versendet, sobald sich der Hund mit dem Elektrohalsband diesem nähert. Das Halsband dient dabei als Empfänger.

Wie bereits zuvor erwähnt, kann es vorkommen, dass der Hund die unsichtbare Grenze jedoch beispielsweise aufgrund seines Jagdverhaltens überschritten hat. Hat er dies getan, so kann er nicht ohne weiteres zurück nach „Hause“ kehren. Der Elektrozaun wirkt nämlich auch von der anderen Seite und lässt den Hund nicht passieren.

Alternativen zu einem Hundehalsband mit Strom

Neben Elektrohalsbändern für den Hund gibt es weitere Halsbänder, die nicht für Hunde geeignet sind und von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz, TVT abgekürzt, als tierschutzwidrig bezeichnet werden.Dies sind Halsbänder, die mit Luftstößen oder Tönen, aber auch mit Düften die Hundeerziehung erleichtern sollen.

Zur Erziehung des Tieres, sollte der Hundebesitzer demnach ein gewöhnliches Halsband aus Stoff oder Leder verwenden, welches dem Tier keine Schmerzen zufügen kann und lediglich dazu dient dieses anzuleinen.

Eine gute Hundeerziehung ist zudem viel mehr durch positives Feedback, welches auf Handlungen des Hundes folgt, zu erreichen. Eine gute Hundeerziehung kann der Besitzer demnach in vielen Hundeschulen, aber auch aufgrund des Internets und erhältlicher Fachbücher erlernen.

Sollte der Besitzer diesbezüglich Fragen haben, kann er oder sie sich einfach an einen Tierarzt des Vertrauens wenden. Dieser wird dem Besitzer mit Rat zur Seite stehen.
Eine positive Bindung zwischen Hund und Mensch ist zudem eine sichere Grundlage für eine lebenslange Partnerschaft.

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