Die Analdrüsenentzündung beim Hund

Beim Hund befinden sich beidseitig etwas neben und unter dem After die sogenannten Analbeutel oder Analdrüsen (lat. Sinus paranales). Diese gehören zu den Hautduftdrüsen und sondern ein Sekret ab, dass essentiell für die individuelle Duft- und Reviermarkierung eines Hundes ist.

Normalerweise werden geringe Mengen des Analbeutelsekretes mit dem Absatz von Kot dadurch abgegeben, dass die sich weitende Anusmuskulatur auf die Analbeutel drückt und die Flüssigkeit so herauspresst. Bei Stress- oder Angstzuständen werden auch größere Mengen auf einmal abgesondert.

Nicht selten können ein verdicktes Sekret oder Entleerungsschwierigkeiten zu einer Verstopfung der Analdrüsen und infolgedessen zu entzündlichen und schmerzhaften Reaktionen – der Analdrüsenentzündung – führen.

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Ursachen einer Analdrüsenentzündung

Eine Entzündung der sinus paranales geht in der Regel auf eine Verstopfung jener zurück.

Diese kann verschiedene Ursachen haben.

  • Häufig kann sie auf häufigen Durchfall oder zu weichen Kot zurückgeführt werden, sodass beim Kotabsatz der Anus nicht ausreichend geweitet und nicht genügend Druck zum Entleeren der Analdrüsen aufgebaut wird.
    Während Durchfall viele verschiedene Ursachen haben kann, ist ein zu weicher Kot meist auf die Fütterung des Tieres zurückzuführen.
  • Auch ein langes Fell im Analbereich und damit einhergehende Verschmutzungen können die Ausführungsgänge der Analbeutel verstopfen und so zu einer Anschoppung von Analdrüsensekret führen.

Im Falle einer Verstopfung der Analbeutel müssen diese – vom Tierarzt oder vom Besitzer – manuell entleert werden, um eine in diesem Zuge häufig auftretende bakterielle Entzündung zu vermeiden.

Obwohl manche Rassen, nämlich besonders kleine Hunderassen oder Zwergenrassen sowie Langhaarrassen, eher zu einer Verstopfung beziehungsweise Entzündung der Analdrüsen neigen und damit genetisch ein höheres Risiko für diese Erkrankung aufweisen, können prinzipiell alle Rassen an Analbeutelentzündung leiden.

Diagnose einer Analdrüsenentzündung

Bei einer Analdrüsenentzündung zeigen die meisten betroffenen Tiere deutliche und sehr typische Symptome.

Der Tierarzt kann einen Verdacht zunächst durch eine manuelle Untersuchung des Analbereiches verstärken.
Die entsprechende Region ist auf Rötungen, Schwellungen und auf Schmerzhaftigkeit und Druckempfindlichkeit zu überprüfen.

Auch die manuelle Entleerung der Analbeutel und die anschließende genauere Untersuchung des Sekretes können entscheidende Hinweise liefern.
Da es sich meist um einen bakteriell bedingten, entzündlichen Prozess handelt, werden je nach Schwere der Erkrankung auch die charakteristischen Entzündungsparameter im Blut erhöht sein.

Eine Blutuntersuchung ist jedoch aufgrund der häufigen Eindeutigkeit der Symptome nicht unbedingt notwendig.

An diesen Symptomen erkenne ich eine Analdrüsenentzündung beim Hund

Durch eine Verstopfung der Analdrüsen beim Hund kann es infolge bakterieller Infektionen häufig zu einer Entzündung im entsprechenden Bereich kommen, die verschiedene Beschwerden wie beispielsweise:

  • Juckreiz oder
  • Druckgefühl erzeugt.

Der Hund wird in diesem Falle oftmals versuchen sich in der Analregion und am Schwanz zu lecken oder zu beißen.

Besonders typisch für eine Analdrüsenentzündung ist das sogenannte „Schlittenfahren“: der Hund rutscht mit dem Hinterteil über den Boden, um so den Juckreiz an der für ihn schwer erreichbaren Stelle zu lindern.

Äußerlich kann eine Entzündung der Analbeutel durch

  • Schwellungen
  • Rötungen
  • kahle
  • oder blutige Stellen am Schwanz

infolge des Beißens sowie in schwereren Fällen durch eitrige Abszesse sichtbar werden.

Durch die starke Entzündung kann auch Fieber als Begleiterscheinung auftreten.
Auch das Vermeiden der Sitzpositionen und das Äußern von Schmerzlauten beim Kotabsatz kann ein Hinweis darauf sein, dass ein Hund an einer Analdrüsenentzündung erkrankt ist.

In diesem Falle wird bei mechanischem Druck auf die Analbeutelregion möglicherweise ein schmutziges, übel riechendes Sekret abgegeben, das unter Umständen auch Blut oder Eiter enthalten kann.

Abszess bei einer Analdrüsenentzündung

Im Falle einer fortschreitenden, unbehandelten Entzündung der Analbeutel kann sich ein äußerst schmerzhafter Abszess entwickeln.

Unter einem Abszess versteht man die Ansammlung von Eiter und Blut in einem zunehmend größer werdenden Hohlraum im Gewebe.
Sie werden als wachsende Umfangsvermehrungen ein- oder beiderseits des Afters sichtbar und werden oftmals von den typischen Symptomen einer Analdrüsenentzündung beim Hund begleitet, die sich weiter verstärken können.

Die Abszesse brechen meist bei verstärkter Füllung nach außen auf und entleeren eine schmutziges, eitriges und stinkende Flüssigkeit.

Sollte der Tierarzt einen Analdrüsenabszess diagnostizieren, wird er diesen meist mit einem Skalpell öffnen und anschließend spülen, um weitere Infektionen einzudämmen.
Außerdem können Schmerzmittel und Entzündungshemmer erforderlich werden.

Lesen Sie weiter unterAbszess beim Hund - Wie gefährlich ist das?

Die Behandlung einer einer Analdrüsenentzündung beim Hund

Im Falle eines Verdachts auf Analdrüsenentzündung ist in jedem Fall ein Tierarzt aufzusuchen.

Dieser wird zunächst die korrekte Diagnose stellen und anschließend eine entsprechende Behandlung beginnen.

Der erste Schritt ist das manuelle Entleeren der Analbeutel.
Da dies aufgrund der Vorstopfung und der Dicke des Sekretes nicht immer möglich ist und vor allem mit starken Schmerzen des Tieres verbunden sein kann, ist gegebenenfalls eine Sedation, also eine medikamentöse Ruhigstellung des Tieres, die sicherste und angenehmste Lösung für alle Beteiligten.
Allein aus diesem Grund sollte eine manuelle Entleerung der Analdrüsen niemals in Eigentherapie erfolgen!

Ausschließlich bei sehr häufigen Beschwerden kann das Ausdrücken der Analbeutel nach gründlicher Anleitung durch den Tierarzt und in Absprache mit diesem auch zu Hause durch den Besitzer erfolgen.
Dies sollte sofort unterbrochen werden, wenn das Tier starke Schmerzen äußert oder bereits Abszesse oder Fisteln entstanden sind.
Denn in diesen Fällen ist auch beim Tierarzt die manuelle Entleerung nicht die einzige Therapie, sondern muss gegebenenfalls mit Spülungen der Analdrüsen, Schmerzmittel, Antibiotika oder Entzündungshemmern kombiniert werden.

Haben sich bereits Abszesse gebildet, müssen diese meist aufgeschnitten und gespült werden. Bei sehr starken chronischen Beschwerden ist eine Operation zur Entfernung der Analbeutel der letzte Schritt, wobei dieser nicht ohne Risiko ist und deshalb nicht ohne reifliche Überlegung und Beratung durch den Tierarzt erfolgen sollte.

Diese Hausmittel können bei einer Analdrüsenentzündung helfen

Grundsätzlich gilt, dass bewährte Hausmittel im Falle einer Analdrüsenentzündung ausschließlich als Ergänzung zu einer professionellen Behandlung durch einen Tierarzt angewandt werden sollten.
Es gibt jedoch einige Methoden, um dem betroffenen Hund ein wenig Linderung zu verschaffen.

In vielen Fällen kann eine Futterumstellung bzw. eine zusätzliche Fütterung von Knochen hilfreich sein, um den Kot zu verfestigen und somit die natürliche Entleerung der Analdrüsen zu fördern.
Auch geraspelte Möhren oder geschrotete Leinsamen sind erfolgsversprechend.

Außerdem können die entzündeten Bereiche  beispielsweise mit Zinksalbe oder Vaseline eingecremt werden, um Schmerzen und Juckreiz zu lindern.
Das Abwaschen mit z.B. Kamillentee oder ein Wickel mit Schafgarben (z.B. mit Hilfe einer Windel) kann helfen, die Verstopfungen im Bereich der Ausführungsgänge zu lösen und das Sekret zu verdünnen, um den Abfluss zu erleichtern.

In manchen Fällen kann auch die Gabe von Homöopathika eine zusätzliche Besserung verschaffen.

Diese Hausmittel bieten aber keine Erfolgsgarantie und ersetzen keinesfalls den Besuch beim Tierarzt.

Informieren Sie sich auch unter:  Hundefutter - Das sollten Sie beachten!

Homöopathie bei der Analdrüsenentzündung des Hundes

Vor allem bei chronischen oder immer wiederkehrenden Fällen von Analdrüsenentzündung hat sich die zusätzliche Gabe von Homöopathika als hilfreich erwiesen.

Globuli oder Schüssler-Salze-Tabletten können zum Beispiel den starken Juckreiz lindern oder auch die Entzündung zusätzlich hemmen.
Grundsätzlich sollte die Behandlung mit homöopathischen Präparaten niemals ohne die Absprache mit einem Tierarzt oder Tierheilpraktiker erfolgen und muss nach gründlicher Untersuchung auf den jeweiligen Patienten angepasst werden.

Sie ersetzen nicht die Schmerzmedikation oder Antibiotikatherapie, die in manchen Fällen der Analbeutelentzündung unumgänglich ist.

Wann muss mein Hund bei einer Analdrüsenentzündung zum Tierarzt?

Eine Analdrüsenentzündung ist zwar nicht lebensbedrohlich, doch kann sie je nach Schwere der Erkrankung für das Tier sehr unangenehm und mit starken Schmerzen verbunden sein.

Sobald die Symptome für eine mögliche Analdrüsenverstopfung auftreten, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.

Je früher die Verstopfung behoben werden kann, desto geringer ist das Risiko einer bakteriell bedingten entzündlichen Reaktion.
Die Therapie einer Analbeutelverstopfung ist in der Regel ein einfacher Eingriff und absolute Routine, weshalb eine frühstmögliche Behandlung sowohl für den Hund als auch für den Besitzer vorteilhaft ist.

Von einer Eigentherapie ohne Absprache mit dem Tierarzt ist in jedem Fall abzuraten, da eine falsche manuelle Entleerung durchaus langfristige Schäden verursachen kann. Bei chronischen Erkrankungen kann die Therapie nach Anleitung und Absprache mit dem Tierarzt auch durch den Besitzer erfolgen, sodass in diesen Fällen der Tierarztbesuch nur bei starken Schmerzen oder Abszessbildung geboten ist.

Kosten für die Behandlung

Die Kosten einer jeden veterinärmedizinischen Behandlung sind in der sogenannten Gebührenordnung für Tierärzte geregelt.

Die Höhe der Rechnung ist sehr stark abhängig vom individuellen Fall.
Die Kosten für das reine Ausdrücken eines verstopften Analbeutels sind mit 5 – 10 € zwar sehr überschaubar, doch kann sich dies bei wiederholt erforderlichen Behandlungen schnell aufsummieren.
Deshalb kann es bei Dauerpatienten sinnvoll sein, das Ausdrücken nach Anleitung durch den behandelnden Tierarzt selbst zu übernehmen und so sowohl Zeit als auch Geld zu sparen.

Leider sind in vielen Fällen jedoch zusätzlich zur manuellen Entleerung der Analdrüsen weiterführende Behandlungen wie beispielsweise Antibiotika, Schmerzmedikation oder in schweren Fällen auch chirurgische Eingriffe notwendig, sodass die Behandlung im Einzelfall deutlich teurer sein kann.

Je früher ein Hund mit Analdrüsenentzündung jedoch beim Tierarzt vorgestellt wird, desto leichter und kostengünstiger ist im Regelfall die Behandlung.

Die Dauer einer Analdrüsenentzündung

Wie bei vielen Erkrankungen ist auch bei einer Analdrüsenentzündung die Dauer der Genesung abhängig vom Schweregrad der Erkrankung.

Bei einer einfachen Verstopfung der Analbeutel wird nach der manuellen Entleerung in der Regel eine sofortige Besserung der Symptome eintreten.
Bei schwereren Entzündungen oder bereits gebildeten Abszessen kann der Heilungsverlauf mehrere Tagen oder Wochen in Anspruch nehmen.
Leider bleibt eine Analdrüsenentzündung häufig kein einmaliges Problem sondern kann immer wieder auftreten.
Deshalb ist es wichtig nicht nur Symptome zu behandeln sondern auch die eigentliche Ursache zu erkennen und entsprechend zu beheben.

Wie ist die Prognose bei einer Analdrüsenentzündung

Grundsätzlich handelt es sich bei einer Analdrüsenverstopfung zwar um einen sowohl für Besitzer als auch für das Tier sehr unangenehmen Zustand, jedoch nicht um eine akut lebensbedrohliche Erkrankung.

In aller Regel sind nach abgeschlossener Behandlung keine bleibenden Schäden zu erwarten.

Nur in sehr schweren Fällen nach operativer Entfernung der Analbeutel besteht das Risiko einer Kotinkontinenz. Leider kehrt eine Analbeutelentzündung bei rein symptomatischer Therapie häufig zurück.

Kann die Grundursache erkannt und beispielsweise durch eine Futterumstellung abgestellt werden, so kommt es jedoch durchaus zu einer dauerhaften Heilung.

So kann man einer Analdrüsenentzündung vorbeugen

Da eine Analdrüsenentzündung in vielen Fällen ein häufig wiederkehrendes Problem ist stellt sich die Frage nach einer sinnvollen und erfolgsversprechenden Prophylaxe.

Da der Entzündung der Analbeutel in der Regel eine Verstopfung der Analdrüsen vorangeht, sollten grobe Verschmutzungen im Analbereich unbedingt vermieden werden.
Vor allem bei Hunden mit langem Fell sollten die Haare um den After herum gegebenenfalls gekürzt werden.

Eine regelmäßiges manuelles Entleeren stellt in keinem Fall eine vorbeugende Maßnahme dar, da dies eine verstärkte Sekretproduktion induzieren und somit eher eine Vergrößerung des Erkrankungsrisikos bedeuten würde.
Da die Verstopfung der Analdrüsen oft durch zu weichen Kot und dadurch fehlenden Druck auf die Analbeutel beim Kotabsatz verursacht wird, können eine Futterumstellung auf fleisch- und knochenreiches Futter helfen, den Kot zu verfestigen und somit einer Entzündung der Analbeutel vorzubeugen.
Auch ein Zusatz von zum Beispiel geraspelten Möhren oder Leinsamen können zu einer Besserung beitragen.

Bei häufiger Erkrankung an Analdrüsenentzündung kann ein Tierarzt eine geeignete Prophylaxe vorschlagen.

Außerdem ist es notwendig, die eigentliche Ursache für die Entzündung abzuklären und zu beheben ( z.B. durch Futterumstellung ), um eine erneute Erkrankung zu verhindern.

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